Kategorie: Allgemein

Internationalität in Zeiten Coronas

Eigentlich war geplant, dass IBG Gesundheitsökonom Roland Polacsek-Ernst kommende Woche nach Athen reist. Doch Corona hat vieles geändert. So wird das für 22. bis 25. Juni geplante Symposium »Annual International Conference on Health Economics, Management & Policy«, des internationalen Veranstalters ATINER als Telekonferenz abgehalten werden. Roland Polacsek-Ernst wird die Untersuchungsergebnisse zum Thema » Sickness Absence Cost Reduction in 25 Companies, Related to Psychosocial Risk Management Interventions« präsentieren, persönlich jedoch virtuell.

 

 

Der Mensch zuerst. Wie vor 25 Jahren IBG begann.

Mehr als 50.000 Menschen in Wien bei »Black Lives Matter«!

 IBG ist aus einem Projekt gegen Rassismus geboren. Rassismus ist ein globales Problem. Ausländer sind wir schnell wo. So wie Trump mit „America First“ Gift in die Gesellschaft sprüht, war es die FPÖ mit dem Volksbegehren „Österreich zuerst“ 1993.

Die Losung impliziert „Österreicher zuerst“ und Nicht-Österreicher darunter. Eine Hierarchie soll den arbeitenden Menschen in Österreich das Gefühl geben, dass es andere unter ihnen gibt, auf die man herabsehen und die man abwerten kann.

Dieses Gift kam in die Spitäler, vor allem über die Angehörigen. „Keine schwarze Schwester für meine Mutter“. Ausgrenzungen und Beleidigungen mehrten sich. Es behinderte unsere Arbeit. Ich arbeitete an der Uniklinik für Psychiatrie im AKH. Eine ältere Patientin sagte zu Duši, Schwester, in Belgrad geboren: „Gell Duši, wir haben zu viele Ausländer!“ Das tat weh. Noch dazu, wo zur gleichen Zeit der rassistisch begründete Krieg in Jugoslawien stattfand, der Duši die erste Heimat nahm. Für sie doppelte Belastung. Wie konnte sie unter diesen Bedingungen ihre beste Leistung bringen? Es litten Kolleginnen und Kollegen mit Migrationsunterboden. Und mit ihnen auch die KollegInnen, die hier geboren sind. Es gab nichts, unsere KollegInnen zu schützen und zu stützen, kein Symbol der Solidarität, die wir den Unseren zeigen konnten: Wir fühlen mit Euch! Wir sind eins!

„Der Mensch zuerst – Spitalspersonal gegen Ausländerfeindlichkeit!“

Deshalb gründete ich die Initiative „Der Mensch zuerst – Spitalspersonal gegen Ausländerfeindlichkeit!“, kurz MZE. Rassismus ist ein Krankheitserreger, weltweit eine sehr häufige Todes-UR-sache. Rassismus, Diskriminierung, Feindseligkeit im Arbeitsumfeld sind psychotoxische Stressoren, die zu psychischem Leid beitragen, und über das psychoneuroendokrine System zur chronischen Akzentuierung des Stress-Niveaus führen, wodurch es an biologischen Soll-Bruchstellen zu somatischen Erkrankungen kommen kann.

Ausgangspunkt der Überlegungen waren Theorell und Karasek, Sigrist, Frankl und Achterberg. Die Initiative soll als Stress-Prävention dienen, durch Social Support und Akzentuierung von Einstellungswerten: „Medizin ist international. Menschen sind international. Der Mensch ist die Medizin des Menschen. Hände weg von meinen KollegInnen!“

Medizin ist international. Menschen sind international.

Anlässlich des Lichtermeers von SOS-Mitmensch ließ ich ein Plakat drucken, welches die Universalität des Teams und daher der Medizin symbolisch sichtbar werden ließ. Und wir produzierten einen Sticker mit dem Symbol von MZE und der Losung Hände weg. (Gestaltung: Erwin Schuh/Karl Berger/Max Wachter). Plakat wie Sticker verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Beim ersten Treffen der Initiative versammelten sich aus allen Spitälern rund 50 Gesundheitsmenschen. Den Sticker trugen viele Menschen in der Pflege. Die Generaloberin Staudinger erteilte ein Verbot, diesen zu tragen.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Aufschrei, zwei Tage später ein neuer Erlass: Pflegepersonen dürfen zwei Anstecker tragen – die Diplomnadel und den MZE-Sticker.

Für mehr Info finden Sie hier einen entsprechenden Kurzfilm der Initiative Der Mensch zuerst (Gestaltung Erwin Schuh und Elli Mixa, 1995).

Es war der Beginn einer engen Zusammenarbeit mit der Generaldirektion des KAV, den Kollegialen Führungen, Rudi Hundstorfer von der GdG und vielen von uns. Diese Initiative entwickelte sich nachhaltig über zehn Jahre und internalisierte Leitbild, eröffnete Karrierechancen, veränderte PE und OE und wirkt bis heute. Selbst heute noch hängt ein Transparent im Wilhelminenspital beim Eingang.

 

 

 

 

 

 

 

Die Initiative wurde auch von den anderen Spitalsträgern und Seniorenheimen übernommen, Preise wie jenen der Pharmig für Soziales Engagement. Über MZE lernte ich Hannes Schmidl, linke Hand von Stadtrat Rieder kennen, und Irene Kloimüller. Gemeinsam gründeten wir infolge IBG.

 

 

 

 

 

 

 

 

Damals fielen Bomben, gegen vier Menschen in Oberwart, gegen die Hand von Helmut Zilk, gegen die Wohnung von Terezija Stoisits uvm. In der dritten Stufe der Kampagne richteten wir uns an die Patienten, Angehörigen und an die Bewohner der besten multiethnischen Stadt der Welt, um bewusst zu machen, dass ihre Stimme am Wahltag über Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit von uns im Gesundheitswesen mitentscheidet. Und, dass ihre Stimme Leben retten kann. Auch das gilt bis heute.

»Der Mensch zuerst« hat zentrale Bedeutung für IBG

Aus MZE wuchsen viele Äste und daher hat MZE zentrale Bedeutung für IBG. Stadtrat Rieder unterstützte MZE massiv und er bat mich, zur Meduni Zagreb/ASS Kontakt aufzunehmen, denn die dortige Public Health stand unter großem Druck durch die rechtsnationale Regierung Kroatiens.

So begann die Motovun Summer School for Health Promotion in Istrien mit der MedUni/Adrija Stam- par School for Public Health. Der Kroate Andrija Stampar ist der Gründer der WHO und hat in Wien Medizin studiert. Die Motovun Summer School war ein Friedensprojekt, welches eine Brücke über die rassistische Spaltung zwischen den jugoslawischen Kulturen bauen sollte. Schon ab dem dritten Jahr waren KollegInnen aus allen ehemaligen Teilrepubliken dabei. Aus Zagreb, Belgrad, Skopje, Ljubljana, Podgorica.

Ich habe über das Anti-Rassismus-Projekt MZE im ersten Jahr, 1994, referiert. Ohne Resonanz. Bürgerkriege leben vom Rassismus und blockieren die Sensibilität für antirassistische Programme. Nach 20 Jahren hielt ich dieses Referat noch einmal, darunter etliche Kolleginnen von 1994. Diesmal große Rührung. Der Frieden ließ die Sensibilität für rassistische Unterdrückung wieder zu. Der anwesende Dekan der Meduni Belgrad lud zum Referat in Belgrad. Im Kongress-Zentrum referierte ich MZE vor fast 1.000 Menschen der Pflege und der phantastische Film der Initiative lief auf Serbisch und sensibilisierte auch dort. Tosender Applaus. Wir vermieden es meine burgenländisch kroatische Herkunft zu nennen. Es braucht noch seine Zeit. Einen Eindruck über die Motovun Summer School for Health gibt dieses Video.

Die Arbeitswelt als Schule der Gesellschaft

Unser Ansehen durch MZE wuchs und so referierte der Generaldirektor des KAV Wien, Ing. Heinz Nägler, in Motovun! Mit der Generaloberin veröffentlichten wir das Buch „Gesunde Arbeitszeiten im Pflegeberuf“, wo mit den AZ-Projekten im Kaiserin Elisabeth-Spital unsere Expertise im Thema Arbeitszeit begann. In Motovun skizzierten wir die erste Konferenz „Alt, erfahren und gesund – Betriebliche Gesundheitsförderung“. Daraus entwickelten wir Productive Ageing und hatten die ersten Großprojekte im KAV. Bei Prodage ging es auch um die Überwindung des strukturellen und kulturellen Altersrassismus in der Arbeitswelt. Ageism wie Sexism und Racism – diese drei Bruchlinien in der Arbeitswelt zu überbrücken, war unsere Mission. Die Arbeitswelt als Schule der Gesellschaft.

Ein weiterer Ast war die Konferenz-Reihe „Multiethnic Workplace“, wo mit wunderbaren ReferentInnen salutogene und produktive Entwicklungen bei Kulturen, Strukturen und Teams in Unternehmen mit multiethnischer Belegschaft diskutiert und viel gelernt wurde – auch unter Schirmherrschaft von Heinz Nägler und Charlotte Staudinger.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein anderer Ast war Salutogene Politik, wo die neoliberale Entzügelung der Gesellschaft im Mittelpunkt  stand,  die  über  psychoneuroendokrine  Entzügelung zur sozialen   Entzügelung   führt.   Die Konferenz- und Publikations-Reihe hieß „Stress by Politics – Politics by Stress.“ Rassismus ist dabei ein neoliberales Ideologie-Werkzeug zur verstärkten Ausbeutung und Willkür.

Geschäftsmodell Rassismus

Rassismus ist ein Geschäftsmodell. Es senkt die Löhne, zuerst der „Migranten“, und dann die aller.  Er erhöht die Mieten für Migranten, weil er es kann, und dann aller. Er behindert Karriere- und Bildungschancen, und drängt Menschen in eine Parallelgesellschaft.

Ähnlich wie bei der Diskriminierung der Frauen, wo die Männer Chancen-Vorteile lukrieren, wird hier den „Inländern“ ein Vorteil suggeriert, wenn sie Zugewanderte diskriminieren können. Die Konferenzen fokussierten auf Rassismus als Todes- und Krankheits-URsache von Kriegen, Genoziden, Vertreibungen, Flucht etc. Die Referate in den Konferenzen waren beeindruckend; einmal Ellis Huber, Präsident der Deutschen Ärztekammer, dann der letzte Gesundheitsminister Jugoslawiens, Slobodan Lang, oder Public Health-Professor John Middleton aus Birmingham.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein dünner Ast war die Gründung des European Health Staff against Racism mit Gesundheitsmenschen von Schweden bis Albanien. Mehrere Konferenzen in Berlin, Motovun oder Wien fanden statt. Aber dieses Netzwerk wurde uns zu groß, auch das Ziel war etwas unklar.

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle diese Initiativen, diese antirassistischen, humanistischen Arbeiten waren für uns ehrenamtlich und ohne Honorar. Die vielen Aktivitäten – Groß-Symposien über Bezirksfeste bis zu Konzerten mit Drahdiwaberl, Ostbahn Kurti und den Rounder Girls – waren spendenbasiert, vor allem durch KAV, GdG, aber auch durch Unternehmen. Und vor allem durch uns selbst. Die Schulden, die wir in den Anfangsjahren aufgebaut haben, lagen auch hier begründet und waren ein Gepäck unserer langen Reise. Andererseits waren diese antirassistischen Projekte und der internationale Humanismus Energie-Quelle, Sinnfindung, Renommee und es öffnete uns große Türen. Die (selbstbewusste) innovative und ehrliche Ausstrahlung von IBG wuchs in dieser Wiege und auch das strahlen wir bis heute aus. Wir arbeiten gerne zusammen und alle von uns finden mit ihrem Einsatz Platz. Ich mag den Begriff „diverse“ nicht, weil er auch Trennung und Spaltung potentiell trägt. Universell sind wir, wie alle anderen Menschen.

Rassismus ist ein globales Thema

Wenn in Wien über 50.000 zu Black Lives Matter kommen, zum Aufruf einer Ärztin, einer Frau aus der afroaustriakischen Community, dann macht mich das sehr froh. Sie ist stv. Bezirksobfrau der SPÖ im 1.Bezirk. Als IBG arbeiten wir auf der richtigen Seite der Geschichte. Rassismus ist ein globales Thema. Wie viele dunkelhäutige Menschen sind in Wien von der Polizei etc. ermordet worden? Ein Vorstandsmitglied von MZE war Hatice Ilter, muttersprachliche Betreuerin im KFJ, mit kurdisch türkischem Unterboden. Ihr Bruder wurde von der WEGA im ersten Bezirk erschossen, er hatte eine Psychose, zwanzig WEGA-Leute verfolgten ihn, er holte eine Mineralwasserflasche aus seiner Jacke. „Notwehr“ das offizielle Urteil.

Der Mensch ist die (Arbeits-)Medizin des Menschen! Und die Psychologie natürlich auch!

Rudolf Karazman
IBG Gründer

Für mehr Information siehe auch im Buch Human Quality Management: Menschengerechte Unternehmensführung, Kapitel 11: Multiethnic Workplace – HQM in einer internationalen Belegschaft)

IBG unterstützt seine Kunden/Kundinnen via YouTube

IBG hat ein neues, kostenloses Angebot für seine Kunden/Kundinnen entwickelt. Es steht Ihnen ab sofort auf dem IBG-YouTube-Kanal eine Auswahl mehrerer Service-Videos zur Verfügung. Gestartet wird mit einer Videoreihe zu arbeitspsychologischen Themen.

Die Kurzvideos brauchen wenig Zeit, sind zwischen vier und zwölf Minuten lang und werden von den IBG Arbeits- und Gesundheitspsycholog:innen angeleitet.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit diesen Übungen, einfach hineinschnuppern und probieren!

Hier geht’s zum IBG YouTube-Kanal

Direkte Links zur Videoreihe Arbeitspsychologie


Barbara Amon-Zsaitsits
Kurzpausen: Einführung, Mentale Übungen, Atemübungen sowie Körperorientierte Übungen Teil 1 und Teil 2


Robert Kamenek

Wie positives Denken fitter macht


Georg Hafner
Diese Übungen versprechen bessere Entspannung und Erholung durch Bewegung


Tobias Glück
So erreichen Sie mehr Achtsamkeit und einen liebevolleren Umgang mit sich selbst sowie Entspannung über das Vegetative Nervensystem 

 

 

Postvirale Arbeitswelt: Das lernen Unternehmen aus ihren Corona-Erfahrungen

  • Die Pandemie drängt Unternehmen zu flexiblen und ortsungebundenen Arbeitskonzepten. Die neue Arbeitswelt (Homeoffice, Videokonferenzen, etc…) finden in der betroffenen Belegschaft hohe Zustimmung.
  • Die Entscheidungsträger in den Unternehmen bleiben gegenüber flexibler Arbeit weiterhin skeptisch. Viele Unternehmen haben mit Anfang Mai die Phase von Homeoffice beendet.
  • Die Betriebe müssen die Corona-Erfahrungen in Bezug auf Produktivität und Zusammenarbeit evaluieren und Entscheidungsgrundlagen schaffen. Eine Rückkehr zu alten Formen ist wenig versprechend.

Wien, 7.5.2020. Die Pandemie hat digitale Arbeitsformen binnen Wochen in den Mittelpunkt gerückt. Für viele Arbeitnehmer wird „New Work“ mit einem Schlag Realität. Über die Nachhaltigkeit der erzwungenen Einführung von Homeoffice und Videokonferenzen wird – nach Corona – deren Effizienz entscheiden: Können digitale Arbeitsformen für das Unternehmen eben so viel leisten wie Großraumbüro und Gruppenbesprechung? Österreichs größter betrieblicher Gesundheitsdienstleister IBG evaluiert die Effizienz von digitalen Arbeitsprozessen und untersucht die Nachhaltigkeit von Arbeit 4.0.

Mag. Roland Polacsek-Ernst, IBG-Bereichsleiter sowie Arbeits- und Organisationspsychologe, beobachtet eine starke Verunsicherung in den Unternehmen: „Viele Entscheidungsträger verfügen bei den neuen Arbeitsmodellen über eine gehörige Portion Skepsis. Jetzt geht es darum, Veränderungen festzuhalten und Erfahrungen zu evaluieren, bevor diese wieder im Business-as-usual verschwinden.“

Vom Zwang zum Neuen

Der Tag der Arbeit wurde 2020 per Videobotschaften und Online-Versammlungen begangen. Die Pandemie befördert das symbolträchtige Datum des 1. Mai auf ihre ganz eigene Weise ins digitale Zeitalter. Der Arbeitswelt bleibt keine Wahl: Covid -19 drängt die Menschen schneller als gedacht in eine neue Ära: In Europa ersetzen Videochats zahllose Businessflüge und auf der ganzen Welt verlagert sich ein Gutteil von Arbeitsvolumen ins Homeoffice. Unzählige neue Formen der Zusammenarbeit wurden angestoßen. Keine Gesellschaft kann dem Druck widerstehen: Covid-19 erzwingt neue digitale Umgangsformen für alle menschlichen Beziehungswelten.

Flexible Arbeitswelt

Die Verlagerung von Arbeit in die eigenen vier Wände ist eine der breitenwirksamsten Effekte von Corona. Laut einer Umfrage von TQS Research & Consulting arbeiten seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen 24 Prozent der ÖsterreicherInnen von zu Hause aus. Das Feedback seitens der MitarbeiterInnen ist dabei sehr gut: 7 von 10 Beschäftigten, die jetzt im Homeoffice tätig sind, wollen diese Möglichkeit künftig auch verstärkt nutzen. Sie schätzen ihre Produktivität im Homeoffice sogar als höher ein als im Unternehmen.

Grundlagen für „New Work“

IBG-Analyst Roland Polacsek-Ernst beobachtet „eine einmalige Chance für Unternehmen, den Stärken und Schwächen von flexiblen und eigenverantwortlichen Arbeitskonzepten auf den Grund zu gehen.“ Die Idee von „New Work“ mit variabler Präsenz, hoher digitaler Vernetzung, starker Anpassungsfähigkeit und weitreichender Selbständigkeit wird derzeit – gleichsam im Echtversuch – in vielen Unternehmen umgesetzt. Jetzt sei es an der Zeit, „über Evaluierungen die richtigen Schlüsse zu ziehen.“ Geeignete Messinstrumentarien liefern den Führungskräften die Fakten für notwendige Weichenstellungen. Roland Polacsek-Ernst und IBG können bei online-gestützten Produktivitäts-Evaluierungen auf einen weiten Erfahrungsschatz verweisen. Denn eines ist gesichert: Die Arbeitswelt wird nach Corona nicht mehr dieselbe sein. Roland Polacsek-Ernst rät zu Entscheidungen ohne Vorurteile: „Unternehmen sammeln derzeit einzigartige Erfahrungen. Sie müssen sie festhalten, um daraus zu lernen.“

Skepsis nicht beseitigt

Offen bleibt, wie weit die Zurückhaltung von breiten Kreisen unter den Führungskräften gegenüber der Arbeit im Homeoffice beseitigt werden konnte. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die Erfahrungen der Pandemie den Hang zur Präsenzarbeit nur teilweise ersetzen konnten. Laut einer Umfrage des ÖPWZ hat die Mehrheit von 75 befragten Unternehmen das Abenteuer Homeoffice mit 4. Mai beendet.

 

Zum Unternehmen

IBG GmbH, gegründet 1995, ist mit über 165 MitarbeiterInnen, davon 70 ArbeitsmedizinerInnen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.

Ansprechpartnerin: Renate Ruhaltinger-Mader
M +43 (676) 38 49 022, Email presse@stage.ibg.at I office@fabelhaft.biz

 

 

 

 

IBG erhält erneut das BGF Gütesiegel

IBG wurde am 2. April 2020 zum zweiten Mal das BGF Gütesiegel für Leistungen rund um die Gesundheit aller Mitarbeiter*innen verliehen.

Im Jänner startete das IBG-Team zusätzlich das Projekt »IBG_digital: ICH BLEIB GESUND in der Arbeitswelt 4.0 – digitale Herausforderungen gemeinsam meistern«.  Dieses Vorhaben widmet sich verstärkt der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt und wird vom Fonds Gesundes Österreich gefördert.

Leitziele des Projekts:

  • Wohlbefinden und digitale Kompetenzen der IBG Mitarbeiter*innen erhöhen
  • Reduktion von Belastungen sowie Erhalt gesunder Arbeitsbedingungen mit Fokus auf Arbeitswelt 4.0/ Digitalisierung
  • Mitarbeiter*innen-Bindung, Identifikation mit IBG und Wissen um IBG Leistungen
  • Hohes Gesundheitsbewusstsein und -verhalten

Mit dem ICH BLEIB GESUND Gesundheitsportal wurden 2019 bereits wichtige Schritte hinsichtlich Digitalisierung umgesetzt, denn das Gesundheitsportal bietet, neben allgemeinen und aktuellen Informationen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement bei IBG, laufend Gesundheitstipps und Gesundheitsinformationen aus den Bereichen Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie, Ergonomie und Sicherheit sowie die Möglichkeit sich für diverse Gesundheitsangebote anzumelden.

Ergänzend zu den Gesundheitsangeboten, die unter anderem Schulungen, Workshops, Untersuchungen und Begehungen beinhalten, werden auf Basis der Ergebnisse der im 2-Jahres-Rhythmus durchgeführten Mitarbeiter*innen-Befragungen bereits seit 2013 auch zahlreiche Verhältnismaßnahmen österreichweit an allen Standorten umgesetzt.

Covid19: Wie kann ich mit sozialer Isolation umgehen?

Das neuartige Corona-Virus fordert immer mehr Einschränkungen in unserem täglichen Leben und aufgrund der rasanten Ausbreitung, nun auch soziale häusliche Isolation. Was zunächst für den einen wie Urlaub klingen mag, kann und ist für viele beängstigend und besorgniserregend. Dem kann man entgegenwirken, indem man aktiv bleibt und seine Tage durchstrukturiert. Hier ein paar Tipps für Aktivitäten, um sich positiv abzulenken und die Zeit für sich sinnvoll zu nutzen:

Einen Plan machen

Erstellen Sie sich zunächst einen Plan für die kommende Woche. Wenn Sie im Home-Office tätig sind, ist der Großteil des Tages vermutlich schon durchorganisiert. Ist dies nicht der Fall, versuchen Sie dennoch eine Tagesstruktur beizubehalten und sich gewisse Dinge vorzunehmen, um beschäftigt zu sein. Planen Sie ein Highlight pro Tag, auf das Sie sich freuen können.

Frühjahrsputz

Nutzen Sie die gewonnene Zeit und nehmen Sie den Frühjahrsputz in Angriff. Gerade jetzt ist es sinnvoll alles möglichst sauber zu halten. Putzen Sie auch Ihre Fenster und nutzen Sie die Gelegenheit frische Luft zu tanken.

Dokumente sortieren

Über das Jahr sammeln sich viele Dokumente und Unterlagen an, die häufig ohne sich Gedanken zu machen, wie man sie später wieder findet, in einer Schublade oder einem Kasten verschwinden. Jetzt wäre die Gelegenheit Ordnung zu schaffen.

Sich fit halten

Gerade wenn man viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt und auch der Weg in die Arbeit wegfällt, ist es wichtig sich fit zu halten, auch wenn die Möglichkeiten begrenzt sind. Bewegung hilft erwiesenermaßen Stress und Anspannung abzubauen. Es gibt viele Übungen, die sich sehr gut mit dem eigenen Körpergewicht machen lassen (Liegestütz, Sit-ups, Kniebeugen, Burpees,…), aber auch im Internet lassen sich viele Videos mit Anleitungen für z.B. Yoga finden.

Bilden Sie sich weiter

Vielleicht gibt es ein Sachbuch, das Sie schon längst lesen wollten, aber nie die Zeit dafür gefunden haben oder eine Sprache, die Sie schon immer gerne lernen wollten. Neue Medien machen es möglich, dass wir uns in verschiedenen Bereichen jederzeit weiterbilden können – sei es über Apps, E-Books oder Workshops und Vorträge auf YouTube.

Andere unterstützen

Wenn Sie nicht selbst zu der gefährdeten Gruppe zählen, bieten Sie gefährdeten Nachbarn Ihre Unterstützung an und übernehmen Sie Erledigungen wie den Einkauf oder das Besorgen von notwendigen Medikamenten – dies sollte selbstverständlich möglichst ohne direkten Kontakt und unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen geschehen.

Brettspiele ausprobieren

Sollten Sie die Isolation nicht alleine verbringen, greifen Sie auf die vielleicht schon lange verstaubten Brettspiele zurück und vertreiben Sie sich die Zeit gemeinsam. Gerade Kinder brauchen jetzt auch viel Beschäftigung.

Lesen, Musik und Kultur

Wie viele Bücher stehen noch in Ihren Regalen und warten darauf gelesen zu werden? Oder hören Sie mal wieder Musik, schauen Sie sich ein Konzert oder Theaterstück online an. Vieles wird mittlerweile schon im Internet zur Verfügung gestellt.

Bleiben Sie in Kontakt

Nutzen Sie Skype, Whats-App, Telefon und andere soziale Medien, um mit Ihrer Familie und Ihren Freunden in Kontakt zu bleiben und sich auszutauschen. Wählen Sie bewusst auch andere Gesprächsinhalte und fokussieren Sie sich auf Positives.

Fit im Home-Office

IBG-Partner »FitnessGoesOffice« bietet online kostenlose Trainingseinheiten an.

Home-Office und Ausgangsbeschränkungen machen es uns manchmal nicht leicht uns fit durch den Alltag zu bringen. Die IBG-Kooperation mit „FitnessGoesOffice« macht dies aber einfacher. Alle  Mitarbeiter*innen unserer Kunden können sich täglich mehrmals über einen eigenen Link einloggen. Dort zeigen professionelle Trainer*innen vor, wie man sich auf kleinstem Raum anhand eines vorgezeigten täglich neuem Übungsprogramm fit und beweglich halten kann.

Der Tag beginnt mit Vikis »good morning show«, geht dann zu Mittag weiter mit Philipps »active lunch«, um so eine etwaige Mittagsmüdigkeit zu vertreiben. Wer tagsüber keine Zeit findet oder vielleicht auch keine Lust hatte, kann sich noch immer am Abend mit dem »functional fit« Programm auspowern oder mit „mobility“ dehnen und entspannen. Alle Videos sind auch als Upload verfügbar. Ein offenes Fenster sorgt dabei für genügend Frischluft. Mehr als 500 Teilnehmer*innen nutzen dieses kostenlose Service bereits.  Probieren Sie es einfach aus und machen Sie mit.

 

COVID19: Keine Schule – Was nun?

Die aktuelle Situation stellt viele Eltern vor neue Herausforderungen. Im ganzen Land wurden die Schulen geschlossen und Eltern sind aufgefordert ihren Kindern zu vermitteln, dass sie zwar nun schulfrei haben, aber keine Ferien. Kinder und Jugendliche können also nicht ihren üblichen Hobbies und Beschäftigungen nachgehen, wie sie es sonst an schulfreien Tagen tun – sie müssen zuhause bleiben. Da es derzeit nicht absehbar ist, wie lange dieser Zustand andauern wird, ist es ratsam für den eigenen Nachwuchs ein paar Überlegungen anzustellen, damit das Familienleben in den nächsten Wochen in gewohntem Gleichgewicht verläuft. IBG-Expertin und Psychologin Regina Nicham gibt Tipps für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der häuslichen „Isolation“

Strukturierter Tagesablauf

Versuchen Sie auch in dieser ungewöhnlichen Zeit für einen strukturierten, gewohnten Tagesablauf zu sorgen – planen Sie nach Möglichkeit feste Schlaf- und Essenszeiten, Zeit zum Lernen und zum Spielen ein. Dies gibt Kindern und Jugendlichen Halt. Erstellen Sie diesen Plan gemeinsam mit Ihren Kindern, das verhilft zu mehr Akzeptanz. Auch klar abgegrenzte Stunden, in denen sich jede/r alleine beschäftigt sind hilfreich.

Positive Haltung

Bewahren Sie sich eine positive Grundhaltung. Kinder spüren, wenn Sie unter Stress stehen und übernehmen diesen teilweise. Ruhe und Struktur vermittelt Kindern hingegen Sicherheit und Zuversicht.

Situation ansprechen und zuhören

Sprechen Sie die Situation dem Alter des Kindes entsprechend an und erklären Sie die Hintergründe für die schulfreie Zeit. Hören Sie geduldig zu, wenn Ihnen Ihr Kind seine Eindrücke der Situation schildert. Sagen Sie offen, wenn Sie etwas selbst nicht wissen. Gehen Sie gemeinsam die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen für eine Ansteckung durch und erklären Sie kindgerecht, warum dies wichtig ist. Hierzu gibt es bereits verschiedene Videos online, die Sie dabei unterstützen können.

Vermeiden Sie ein Zuviel an Medienberichten

Schützen Sie Ihre Kinder vor einem Zuviel an Medienberichten über das Corona-Virus, dies kann zu einer Aufmerksamkeitsverzerrung führen und beängstigend wirken.

Soziale Kontakte digital aufrechterhalten

Ermöglichen Sie Ihrem Kind beispielsweise über Video-Telefonie mit den Großeltern, anderen Familienmitgliedern und FreundInnen in Kontakt zu bleiben.

Absehen von Erziehungsmaßnahmen

Sehen Sie vorübergehend vor großen Erziehungsmaßnahmen ab. Für Ihr Kind ist die Situation auch neu und schwer zu verstehen. Motivieren Sie Ihr Kind zu gewünschtem Verhalten, indem Sie es positiv verstärken. Nehmen Sie es an, wenn Ihr Kind in dieser Zeit anhänglicher ist. Was es jetzt braucht ist Halt und Geborgenheit.

Bewegung

Auch wenn momentan die Möglichkeiten eingeschränkt sind und Sie nicht ins Freie können, ermöglichen Sie Ihren Kindern sich zu bewegen. Bewegung baut Stress und überschüssige Energie ab. Versuchen Sie verschiedene Bewegungsübungen mit Ihrem Kind gemeinsam, graben Sie die Springschnur wieder aus, spielen Sie verstecken oder bedienen Sie sich der Möglichkeiten moderner Technik (Wii, Playstation etc.).

Gemeinsam kochen

Eine weitere Möglichkeit das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, ist gemeinsam zu kochen und zu backen. Die Kinder sind beschäftigt und unterstützen Sie außerdem bei dem ohnehin Notwendigen.

Brettspiele und basteln

Greifen Sie auf die vielleicht schon lange verstaubten Brettspiele zurück oder basteln Sie gemeinsam. Haben Sie keine Bastelbücher zuhause, finden Sie über das Internet heraus, wie Sie mit einfachen Dingen, die Sie zuhause zur Verfügung haben, für Ablenkung sorgen können.

Hörspiele, Fernsehen, Computer

Auch Hörspiele können Kinder stundenlang beschäftigen, noch bevor Sie zum Bildschirm-Joker greifen. Aber auch dieser kann zum Einsatz kommen, um auch einmal ein bisschen Zeit für andere Dinge zu gewinnen. Begrenzen Sie mit ihrem Kinde gemeinsam die „Bildschirm-Zeiten“ für Fernsehen, Handy oder Computer.

Langeweile darf sein

Aber auch Langeweile darf sein, Sie sind nicht Eventmanager für Ihre Kinder. Sie werden sehen, dass gerade Langeweile große Kreativität in Ihren Kindern wecken kann. Denken Sie daran, wie lange sich kleine Kinder mit einem Stock und einem Stein beschäftigen.

Young Woman Waking Up From Sleep And Smiling

Energiequelle Schlaf

IBG beschäftigt sich nicht nur mit der Gestaltung von gesunden Arbeitsplätzen, sondern auch mit der Wechselwirkung zwischen betrieblichem und persönlichem Wachstum. IBG will eine humane und wirtschaftliche Arbeitswelt gestalten.

Eine wichtige Voraussetzung für einen energiegeladenen (Arbeits-)tag ist eine erholsame Nachtruhe. Da wir etwa ein Drittel unseres Lebens schlafen und der Schlaf eine wesentliche Energiequelle für uns darstellt – nicht nur geistig, sondern auch körperlich – ist dieses Thema besonders wichtig für ein gesundes Leben.

Jeder von uns kennt es – wir haben schlecht geschlafen, aus welchem Grund auch immer, der nächste Tag gestaltet sich mühsam und ist schwerer zu bewältigen.

Ziel eines erholsamen Schlafes ist es einerseits die Muskulatur zu entspannen und andererseits die Bandscheiben möglichst zu entlasten.

Um dies zu erreichen, gibt es drei Grundregeln:

  • In der Rückenlage soll die Wirbelsäule ihre Doppel-S-Form beibehalten
  • In der Seitenlage soll die Wirbelsäule eine gerade Linie bilden
  • In der Früh soll jede/r das Gefühl haben, dass er ohne Schmerzen und erholt aufwacht.

Das optimale Schlafsystem: Es kommt nicht auf das Modell oder den Preis an. Wir haben das Glück, dass es im Bereich Lattenrost/Matratze/Kopfpolster sehr viele unterschiedliche Modelle gibt, die auch unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Das macht natürlich die Auswahl durch den Nutzer/die Nutzerin nicht einfacher, aber erhöht die Chance die geeignete Schlafkombination zu finden. Diese besteht immer aus einer Kombination von Lattenrost UND Matratze UND Kopfpolster.

Wichtig bei der Auswahl ist, dass wir uns entsprechend Zeit zum Ausprobieren nehmen, schließlich verwenden wir eine Matratze etwa zehn Jahre, der Zeitaufwand zahlt sich damit auf jeden Fall aus.

Unsere Empfehlung – gehen Sie mit Ihrem Partner/Partnerin oder einer Person Ihres Vertrauens in ein Möbelgeschäft und testen Sie die unterschiedlichen Angebote und Varianten mit den unterschiedlichsten Einstellmöglichkeiten. Lassen Sie sich nicht von Angeboten oder „Weltneuheiten“ locken, versuchen Sie auf sich und Ihr Gefühl zu hören.

Achten Sie auf eine optimale Schlafposition:

  • Ist die Wirbelsäule in der Seitenlage gerade? Lassen Sie wirklich ihre Wirbelsäule entlang der Dornfortsätze abtasten.
  • In der Rückenlage soll überall entlang der Wirbelsäule der gleiche Druck vorhanden sein, es sollen keine Hohlräume spürbar sein.
  • Nutzen Sie auch die Umtauschmöglichkeiten.
  • Die Einstellungen sollten in der hauptsächlichen bzw. beliebteren Schlafposition vorgenommen werden, die anderen Schlafpositionen werden so zum Großteil auch abgedeckt.
  • In der Seitenposition können zur Unterstützung zwischen den Knien auch ein Polster oder ein Teil der Decke platziert werden, dies verhindert ein Eindrehen des Beckens.
  • Kopfpolster:
  • In der Seitenlage soll der Kopfpolster die Distanz zwischen Ohr und Schulter abdecken
  • In der Rückenlage soll der Kopfpolster den Bereich zwischen Hinterhaupt und Matratze ausfüllen und ist somit natürlich deutlich dünner
  • Wir unterscheiden zwischen zwei Modellen – vorgeformte Polster und Polster mit Füllmaterial. Hier kommt es ganz stark auch auf die individuelle Vorliebe an, manche mögen das „Stopfen“ des Polsters, manche kommen mit den vorgeformten Polstern gut zurecht.
  • Übrigens: Polster auch in den Urlaub mitzunehmen erhöht die Erholung und somit die Lebensqualität.

Je höher der Leidensdruck, umso wichtiger ist es noch genauer auf die richtige Einstellung zu achten und die Kombination Matratze/Lattenrost/Polster in die richtige Ebene zu bekommen – hier hilft zum Beispiel auch das Einlegen von Handtüchern (gerollt unter die Matratze zur Stabilisierung jener Stellen, wo der Körper absinkt).

Bauchschlafen hat durch die notwendige Drehung in der Halswirbelsäule eine hohe Belastung ebendort, besonders natürlich, wenn ein Beruf ausgeübt wird, der diesen Bereich den ganzen Tag fordert,  vor allem bei sitzenden Berufen. Hier kommt die Halswirbelsäule den ganzen Tag nicht zur Ruhe und durch das Bauchschlafen erholt sich der Körper auch nicht in der Nacht. Als Variante zur Verbesserung der Situation ist ein Seitenschläferpolster sinnvoll, der den Körper ein wenig aufkippt und die Drehung in der Halswirbelsäule reduziert.

Schlafen ist lebensnotwendig, daher ist es wichtig, dass wir unsere Erholungsphase für Körper und Geist entsprechend gut gestalten.

 

Empfehlungen im Umgang mit dem Coronavirus

Kürzer arbeiten wäre doch eigentlich besser

Geld oder Leben? Vor diese lebenswichtige Frage aus dem Gaunermilieu werden wir im »normalen« Arbeitsleben kaum gestellt. Dennoch wäre es gesund, darüber ein wenig nachzudenken. Oder vernünftig. Oder vielmehr: träumen wird man ja noch dürfen …

Was ist für uns in Bezug auf Dauer und Intensität unserer Arbeit normal geworden? In den letzten Jahren, Jahrzehnten? Kaum wer, der bestreitet, dass die Aufgaben mehr und dichter geworden sind. Produktivitätssteigerung heißt das, wohlwollend formuliert. Formal ist die Normalarbeitszeit eher gleich geblieben. Überstunden vielleicht, die mehr wurden? Aber deren Abgeltung rechnen wir ja in unser laufendes Monatsbudget ein, womit wir beim Geld sind. Eigentlich brauchen wir das Ausmaß unserer Arbeit für unseren Lebensstandard.

Wirtschaftswachstum – bzw. dessen Gefährdung – ist das Argument des letzten Jahres gewesen, um bei den Arbeitszeiten noch »flexibler« zu werden. Der 12-Stunden-Tag wurde allen Branchen ohne große Hürden zugänglich gemacht. Freiwillig natürlich … Wird unsere durchschnittliche Wochenarbeitszeit dadurch gleich bleiben? Oder doch ansteigen? Belastbare Zahlen fehlen dazu noch.

Zeitdruck, Stress, fehlende Pausen, ständiger Druck über das ganze Jahr hin – steigendes Burnout-Risiko ist nach wie vor für viele ein Thema. Immer bessere Studien zeigen den erschreckend hohen Anteil derer, die schon gefährdet oder beeinträchtigt sind. Die wissenschaftlich belegbaren Folgen von längerer Wochenarbeitszeit sind erdrückend klar: Gesundheitsbeschwerden in alle Richtungen – Muskeln, Gelenke, Psyche, Schlaf – alles wird mit steigender Arbeitszeit kontinuierlich mehr belastet. Wir spüren es ohnehin, wenn wir ehrlich sind.

Immer mehr, immer intensiver?

War da nicht etwas, von wegen Digitalisierung und Automatisierung? Sollten uns nicht die Maschinen von unserer Arbeit entlasten? Wir sollten doch weniger arbeiten müssen, wenn die Computer und Automaten für zunehmenden Produktivitätszuwachs sorgen? Wo ist hier der Denkfehler? In der Realität verschwinden die Arbeitsplätze eher, die automatisiert wurden – die verbleibende Arbeit verteilt sich nicht auf alle. Es gibt sie, jene die »abgebaut« werden – häufig Ältere, oder die, die nicht mehr ohne Einschränkung mitkönnen. Ja, sozial abgefedert, aber trotzdem oft demotiviert, und eines wichtigen Sinns ihres Lebens beraubt. Wie lange können wir uns aber Frühpensionierungen und Arbeitslosigkeit als Gesellschaft noch leisten?

Wie viel Arbeit braucht der Mensch?

Wie viel Arbeit brauchen wir eigentlich mindestens, um gesund zu bleiben? Da gab es neulich eine Untersuchung der Universität Cambridge: es sind 8 (in Worten: acht!) Wochenstunden. Das ist das Ausmaß, nachdem vorher Arbeitslose wieder das gleiche Gesundheitsniveau von Arbeitenden erreichen. Wäre es also nicht gesünder, deutlich weniger zu arbeiten, als die derzeitigen 38 bis 40 Stunden, oder 42 – durchschnittliche Überstunden eingerechnet. Ein überwiegender Teil der Vollzeit-Arbeitenden wünscht sich das (Teilzeit-Arbeitende umgekehrt, aber das ist eine andere Geschichte). Gesünder wäre es jedenfalls, sagen alle Studien! Also liegt es wohl nur daran, dass wir es uns finanziell nicht leisten können?! Das betrifft vor allem die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens – in einer Höhe, bei der man auch ohne Arbeit ein menschenwürdiges Leben führen kann, also deutlich höher angesiedelt als derzeitige Sozialhilfe-Modelle. Wer könnte das bezahlen?

Es gibt interessante Denkansätze:
Zum Beispiel die steigenden Kapitalgewinne von Unternehmen nicht über Steuern der Allgemeinheit zugänglich zu machen – die Nachteile kennen wir: Umgehungskonstruktionen und Abwürgen von unternehmerischer Motivation. Eine Alternative: Staaten beteiligen sich in einem relevanten Ausmaß an verschiedensten privaten Unternehmen, und kommen damit direkt in den Genuss von Gewinnausschüttungen. Das hat nichts mit alten verstaatlichten Modellen zu tun, ganz im Gegenteil. Die Allgemeinheit profitiert von Globalisierung, Effizienzsteigerung und Kapitalgewinn. Der Staat wird zum Shareholder.

Nicht nur Sozialtheoretiker halten diesen Ansatz für interessant, inzwischen auch gestandene Wirtschaftswissenschafter. Zugegeben, es klingt visionär. Einzelne praktische Umsetzungen gibt es, z.B. Staatsfonds wie in Norwegen. Ein anderer Weg: eine Finanztransaktionssteuer in verblüffend geringer Höhe würde reichen.

Die Vision der sinnstiftenden Arbeit

Jedenfalls ist die Vision der selbstgewählten, sinnstiftenden Arbeit ohne den Zwang der Sorge für den Lebensunterhalt für sich und die Familie recht verlockend. Apropos: im November lief die Eintragungsfrist für das Volksbegehren »Bedingungsloses Grundeinkommen«.

Trends wie der Fachkräftemangel verstärken das momentane Ungleichgewicht. Auch die immer öfter beklagte laxe Arbeitsmotivation der sehr jungen Generationen, die »uns Alten« unverständlich erscheint und die wir glauben kompensieren zu müssen. Aber ist nicht genau diese Einstellung der Jungen die vernünftigere und gesündere – die uns Hoffnung geben darf? Oder auch das Beispiel der Firma eMagnetix in OÖ: 30 statt 38,5 Wochenstunden bei gleichem Gehalt – die Arbeitsabläufe wurden sinnvoll verkürzt ohne Pausen zu streichen, und alle fühlen sich gesünder und wohler.

Vielleicht ist Änderung der politischen Stimmung ein erster zaghafter Schritt hin zu neuen Möglichkeiten? Nachhaltigkeit nicht nur in Sachen Umwelt, auch was eine menschlichere Arbeitswelt angeht? Träumen wird man ja noch dürfen …

AUTOR: HELMUT STADLBAUER