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Testfahrt mit einem Gelenkbus der Wiener Linien

Wiener Linien: Interview zur BGF-Evaluierung mit dem Human Work Index

Bauer Christian von den Wiener Linien Wir gratulieren den Wiener Linien
zum Erhalt des BGF-Gütesiegels!

Lesen Sie hier das Interview mit Christian Bauer (Referat Personalentwicklung) bei den Wiener Linien GmbH aus der letzten human works-Ausgabe.

 


human works: 2018 wurde das betriebliche Gesundheitsmanagement der Wiener Linien mit dem HUMAN WORK INDEX® evaluiert. Wie kam es dazu?

Während der letzten 10 Jahre haben wir das Gesundheitsmanagement für unsere fast 9.000 MitarbeiterInnen intensiv ausgebaut und professionalisiert. Beispielsweise haben wir das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) strukturell und organisatorisch verankert sowie unzählige verhaltens- und verhältnisorientierte Maßnahmen umgesetzt. Schwerpunkte lagen dabei in den Handlungsfeldern: Gesundheitsverhalten, Unternehmenskultur, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Führungskultur, betriebliche Eingliederung und Beschäftigungsfähigkeit.

Diese umfassenden Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass unsere MitarbeiterInnen die optimalen Rahmenbedingungen vorfinden, um gute Leistung mit Gesundheit und Lebensqualität in allen Lebensphasen vereinbaren zu können. Nach dieser intensiven Zeit des Aufbaus, waren wir nun an einem Punkt, an dem wir evaluieren wollten, was wir bei den MitarbeiterInnen erreicht haben.

Das Team von IBG Bereichsleiter Roland Polacsek-Ernst hat das Projekt genau auf unsere Bedürfnisse abgestimmt. Neben dem HUMAN WORK INDEX® setzten wir auch die Module Gesundheitsverhalten und Maßnahmenevaluierung in der MitarbeiterInnen-Befragung ein. Wichtig war uns bei der Onlinebefragung ein individueller Zugangscode für alle MitarbeiterInnen und die Möglichkeit den Fragebogen auch bequem auf einem Smartphone ausfüllen zu können.

human works: Welche Schlüsse konnten Sie aus den Ergebnissen ziehen?

Zunächst sind die Ergebnisse ein sehr guter Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung unseres Gesundheitsmanagements. Wir konnten erkennen, dass unsere Bemühungen in vielen Arbeitsbereichen angekommen sind und Früchte tragen. Außerdem gibt es einzelne Bereiche und Themen, in denen wir noch besser werden können. Bei der Größe unserer Organisation können wir natürlich auch viel aus den Unterschieden zwischen einzelnen MitarbeiterInnen-Gruppen lernen. Und ich denke, dass wir für viele Handlungsfelder Best-Practice-Beispiele gefunden haben und damit Prozesse, die wir in anderen Bereichen ausprobieren können.

human works: Wie wird es jetzt weitergehen?

Derzeit kommunizieren wir die Detailergebnisse auf den unterschiedlichen Ebenen und erarbeiten dabei, unter anderem auch mit Fokusgruppen, passgenaue Maßnahmen. Darüber hinaus werden wir unsere übergeordneten Schwerpunkte vertiefen und die Prozesse in den Handlungsfeldern anpassen.

Eines der erfreulichen Ergebnisse war auch, dass ca. 50% der MitarbeiterInnen während der letzten zwei Jahre unsere BGM-Angebote genutzt haben. Diese werden wir ausbauen und versuchen auch neue Zielgruppen zu motivieren. Aus den offenen Antworten im Fragebogen haben wir dazu viele Anregungen direkt von unseren MitarbeiterInnen erhalten.

Winterzeit Zeitumstellung

Es bleibt dabei!

Die ständige Beibehaltung der Winterzeit ist am gesündesten.

IBG Arbeitsmediziner Dr. Helmut Stadlbauer spricht sich aus medizinischen Gründen entschieden für eine Beendigung der Zeitumstellung aus. Dabei befürwortet er die Beibehaltung der Winterzeit. 

EU-Parlament stimmt gegen Zeitumstellung

Die Abstimmung des EU-Parlaments am 26. März endete eindeutig: Die EU-Parlamentarier sprachen sich mit 410 gegen 192 Stimmen für ein Ende der Zeitumstellung ab 2021 aus. Generell sollen die Mitgliedstaaten künftig selbst entscheiden, ob sie dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit = Normalzeit anwenden wollen. Eine EU-weite Koordination wird dabei empfohlen. Die österreichische Bundesregierung hat sich für eine permanente Sommerzeit ausgesprochen.

Sozialer Jetlag

Dr. Helmut Stadlbauer ist bei IBG Experte für gesundheitsoptimierte Arbeitszeitgestaltung: »Die innere Uhr wird vom Tageslicht vor- und zurückgestellt. Sie arbeitet selbstständig und tickt bei einer Zeitumstellung zunächst unverändert weiter.« Schlaf- und Wachrhythmus passen nicht zu den Tages- und Nachtzeiten (Sozialer Jetlag). Die innere Uhr bleibt die maßgebliche Instanz. Sozialer Jetlag belastet die Gesundheit und führt zu weniger Leistungsfähigkeit.

Kehrseiten der Medaille

Viele Menschen empfinden die Sommerzeit als eine Verbesserung ihrer Lebensqualität – vor allem ihrer Freizeitqualität. Gesundheitlich ergibt sich dabei allerdings ein Belastungspotential: Gerade späte Chronotypen schlafen durch die Sommerzeit noch weniger. Dabei nimmt die Schlafdauer während der letzten hundert Jahre ohnehin ab. Immer mehr Aktivität wird in immer mehr Wachzeit gepackt: Die Zeit für Arbeit, Kinder, Freunde, Freizeit wird meist von der Ruhezeit abgezweigt. Job und Lebensstil haben direkten Einfluss auf die Schlafqualität – und damit die Gesundheit.

Freizeit erhält erhöhtes Augenmerk

Gesundheitlich problematisch ist dabei die weitverbreitete Einstellung, in der die Qualität der Arbeitszeit hinter der Qualität der Freizeit gereiht wird. Die Konsequenzen sind für den arbeitenden Menschen langfristig negativ. Eine permanente Sommerzeit hat im Winter fatale Auswirkungen. Das Aufstehen und Arbeiten bei Finsternis hemmt Wohlbefinden und Produktivität. Schulkinder kämpfen am stärksten mit den Auswirkungen der längeren Dunkelheit am Vormittag.

Arbeiten gegen die innere Uhr

Generell beginnen aus medizinischer Sicht mitteleuropäische Arbeitszeiten zu früh. Dies gilt auch für die Schulzeiten. Es entspricht dem chronobiologische Normaltyp, von 24 bis 8 Uhr zu schlafen, wenn er könnte. Dieser Rhythmus ist aus gesundheitlichen Gründen anzustreben. Der frühere Start in den Tag bedeutet Arbeiten gegen die innere Uhr. Also sind Arbeitsbeginnzeiten vor 9 oder 10 Uhr völlig unphysiologisch für den Großteil der Bevölkerung, die Frühtypen ausgenommen. Von den Spättypen ist dabei noch nicht die Rede.

Winterzeit ist Normalzeit

Die Sommerzeit verschärft diese Problematik. Die innere Uhr richtet sich in erster Linie nach der Sonne, und nicht nach der gesellschaftlich festgelegten Uhrzeit. Daher plädiert der IBG-Arbeitsmediziner Dr. Stadlbauer für eine dauernde Normalzeit („Winterzeit“): Die von der Regierung bestimmte Sommerzeit ist eine „falsche Normalzeit“ mit geringem Erholungspotential.“

Bolschoi Beat CD Karazman

Karazman veröffentlicht neue CD

Gerade rechtzeitig zum  Internationalen Frauentag, kommt Rudi Karazmans neuestes Projekt, die CD „Gradiscanski- Funeral & Wedding Songs“ in den Handel. 15 Lieder über Freude, Liebe, Liebeskummer und freies Frau-Sein sind auf der Love & Wedding-CD zu hören.

„Viele der burgenländisch-kroatischen Lieder auf dieser CD handeln von Selbstbestimmung und Stärke der Frauen – und auf ihr Recht auf Liebe. Trotz des Patriarchats hatten und haben die Frauen und Mädchen in unserer Community eine starke Position,“ erzählt Produzent und Projektleiter Rudolf Karazman, Arbeitsmediziner und Firmengründer von IBG aus Nikitsch/Filez im Mittelburgenland.

Rudolf Karazman stellt Konzept, Auswahl und politische Vision. Gemeinsam mit dem Komponisten und Musiker Peter Vieweger wurden die Lieder neu arrangiert und von Falco’s Bandleader Peter Vieweger instrumentiert. Die Lieder sind von Sängerinnen und Chören gesungen, die aus den kroatischen Enklaven Europas wie Rumänien, Kroatien oder Gradišće/Burgenland kommen.

Hochzeitslieder und Begräbnisgesänge

Auf „Gradiscanski Funeral- & Wedding Songs“ (2 CDs und Booklet) werden uralte Volks-, Liebes-, Hochzeitslieder und Begräbnisgesänge der burgenländischen Kroaten in Rock-, Pop und Reggae-Songs verwandelt und in die politische und kulturelle Geschichte des Burgenlands und deren kroatischer Community gestellt: Besonderes Merkmal der Hrvati, der bgld. KroatInnen, ist gemeinsames Singen! Wunderschöne, lustige, freche, mitunter schon feministische, aber auch traurige Lieder. Lieder der Liebe und des Abschieds.

Als Mitschüler debütierten Rudolf Karazman und Peter Vieweger bei Stefan Webers Drahdiwaberl. Rudolf Karazman wurde Facharzt für Psychiatrie & Neurologie, Arbeitsmediziner und Psychotherapeut. Thematisch beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Arbeit und Work-Life Balance. 1995 gründete er die Firma IBG (Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement). R.Karazman ist Autor diverser arbeitswissenschaftlicher Bücher sowie Laien-Saxofonist. Peter Vieweger arbeitet als Komponist, Musiker und Produzent. Seit Juni ist er Präsident der AKM. Er war Falcos erster Bandleader und Begleiter. Gemeinsam haben sie die CD Bolschoi Beat „Kosmonauten der Liebe“ mit Georg Siegl und Erwin Schuh produziert sowie das Video „Vater unser“ mit Hubsi Kramar als Gott gestaltet.

Doppel-CD und Booklet schreiben politische und kulturelle Geschichte des Burgenlands und deren kroatischer Volksgruppe neu. Hier können Sie schon mal reinhören. Erhältlich bei Hoanzl, itunes, Amazon

IBG Team Linz 2005

20 Jahre IBG am Chemiepark Linz

Eine der großen Herausforderungen in der Medizin ist es, Menschen an ihrem Arbeitsplatz gesund zu halten. Dieses Ziel verfolgt IBG seit nunmehr 20 Jahren im Chemiepark Linz.

1999 wurde die Betreuung der Ambulanz am Chemiepark durch IBG übernommen und unter der ärztlichen Leitung von Dr. Manfred Lindorfer zum arbeitsmedizinischen Zentrum erweitert. Seit dieser Zeit wird die ständig wachsende Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Chemiepark Linz von einem Team aus ÄrztInnen, diplomiertem medizinischen Personal und Arbeitspsychologen betreut.

Umfassendes medizinisches Service

Damals unter dem Namen „worklab“ und seit 2004 als „IBG“ gewährleisten die Ambulanz-MitarbeiterInnen ein umfassendes medizinisches Service für alle Mitarbeiter am Chemiepark Linz. Durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Betriebsfeuerwehr am Chemiepark wird auch eine optimale Versorgung bei medizinischen Notfällen sichergestellt.

Mehrfach prämiert

Seit 2008 gibt es zusätzlich die Möglichkeit einer MitarbeiterInnenberatung. Die Gesundheitsprogramme einiger betreuter Betriebe wurden mehrfach mit dem Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung prämiert. Doch auch die Ambulanz selbst hält einen hohen Standard und ist nach ISO 9001 zertifiziert.

Unsere Angebote am Chemiepark Linz 

  • Ambulanz- Arzt 7:30 bis 17:00, Rezepte, Überweisungen, Labor (Blut, Harn)
  • Reihenuntersuchungen, Sehtest, Hörtest
  • Vorsorgeuntersuchungen (Schwerpunkt Sport, Schwerpunkt Herz-Kreislauf)
  • Reisemedizinische Beratung und Impfungen
  • Beratungen zu arbeitsmedizinischen Themen: Ergonomie, Bildschirmarbeit, Bildschirmbrille, Hautschutz usw.

Die kommenden 20 Jahre widmen wir weiter unserem Ziel: zufriedene und gesunde MitarbeiterInnen.

 

Ausgezeichnet mit dem BGF-Gütesiegel

Ausgezeichnet mit dem BGF-Gütesiegel

IBG Kunde Wirtschaftsagentur Business Upper Austria wurde mit dem BGF Gütesiegel ausgezeichnet.

Für die OÖ Wirtschaftsagentur »Business Upper Austria« sind gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig. Daher ist es seit Jahren eine Selbstverständlichkeit, dass den MitarbeiterInnen umfangreiche Angebote rund um das Thema Gesundheit und Sicherheit bereit gestellt werden. Am 5. Februar 2019 wurde der Standortagentur des Landes Oberösterreich erstmalig das BGF Gütesiegel von der OÖ Gebietskrankenkasse verliehen. Begleitet haben dieses Programm ExpertInnen von IBG.

Menschengerechte Arbeitsplätze

Das Konzept der „Betrieblichen Gesundheitsförderung“ hat die Schaffung von menschenwürdigen und menschengerechten Arbeitsplätzen zum Ziel. BGF gilt als eine Fortführung des Anspruchs der Humanisierung der Arbeit. Im gemeinsamen Austausch von Geschäftsführung, Betriebsrat, Sicherheitsvertrauenspersonen und externen Beratern von IBG (Arbeitsmedizin, Sicherheitsfachkraft, Arbeitspsychologen) wird Jahr für Jahr ein neuer Themenschwerpunkt festgelegt. Dabei werden auch die Wünsche der Belegschaft berücksichtigt. Neben den verpflichtenden Elementen des ArbeitnehmerInnenschutzes wie Evaluierung des Arbeitsplatzes oder der psychischen Belastungen, umfasst das BGF-Programm Angebote von A (wie Aufmerksamkeitstraining) über E (wie Essensmarken für ein gesundes Mittagessen) oder M (wie kostenloses Mineralwasser) bis Z (wie Zeitmanagement). Inhaltlich zusammengefasst gibt es die Themengebiete: Bewegung, Ernährung, Erste Hilfe, Mentale Gesundheit sowie medizinische Angebote.

yoga

Office Yoga. Neue Energie zwischen »Tür und Angel«

Eine tägliche 30-minütige Yoga-Meditation bewirkt innerhalb von acht Wochen eine nachweisbare Veränderung der Gehirnstruktur. Abgesehen vom gestiegenen Wohlbefinden nimmt die Dichte der grauen Zellen in jenen Hirnregionen, die für das Gedächtnis, das Lernen und die Emotionskontrolle zuständig sind, deutlich zu, besagt eine Studie aus Deutschland.

Yoga ist relativ einfach zu lernen und in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Beim Office Yoga werden Übungen (Asanas) erlernt und erprobt, die gut in den beruflichen Alltag integriert werden können. Geübt werden Atemtechniken, Positionen und Bewegungsabläufe. Sie dienen als Impulse zur Selbsthilfe im Alltag, aber auch in Situationen körperlicher oder psychischer Anspannung. Gleichzeitig verbessern sie die eigene Körperwahrnehmung und Körperhaltung.

So findet man einerseits heraus, wo der Stress im Körper »sitzt« und für Enge sorgt, andererseits, welche Bereiche des Körpers sich ohne viel Anstrengung entspannen können. Im Fokus der Übungen stehen: Augen, Nacken, Schultern und Stützapparat. Also Körperregionen, die besonders beansprucht, aber auch durch Inaktivität besonders vernachlässigt werden.

Yoga wirkt, indem es Körper und Geist zusammenbringt. Es ist eben keine Gymnastik.
Yoga ermöglicht den Abbau körperlicher und psychischer Anspannungen, die im Alltag durch Stress sowie ungünstige oder wenig abwechslungsreiche Körperhaltungen entstehen können. Durch die Synchronisation von Atmung und einfachen Bewegungsabläufen sowie die Ausübung ausgleichender Körperhaltungen können wir zur Ruhe kommen. Die Yogapositionen sind dabei kraftvoll und entspannend zugleich: kraftvoll der körperliche Aspekt, entspannend der geistige, verbunden werden diese beiden durch die kontrolliert gleichmäßig und langsam fließende Atmung.

»Yoga ist etwas für praktische Menschen mit praktischen Problemen. Wer Yoga übt, entfernt das Unkraut aus dem Körper, sodass der Garten wachsen kann.« (B.K.S. Iyengar)

Körperhaltungen und -übungen (Asanas) Vor etwas mehr als 2000 Jahren wurden – neben sechs weiteren Aspekten, in denen es vor allem um einen guten Umgang mit sich selbst und der Umgebung geht – der körperliche Aspekt in Form von Asana (Haltung) und Pranayama (Atemkontrolle) nachweisbar in die Yoga-Philosophie aufgenommen.

Alle heute bekannten körperlichen Yogaformen sind grundsätzlich dem Hatha-Yoga (»kraftvoller Yoga«) zuzuordnen. Im Hatha-Yoga wird die Arbeit mit dem Körper erstmals als Ausgangspunkt zu einer weiteren Bewusstseinsschulung betrachtet.

Die Wirkung von Hatha-Yoga wurde bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen: So konnten 80 Prozent jener StudienteilnehmerInnen, die unter Rückenschmerzen litten, nach einem halben Jahr mit mindestens einer Einheit Yoga pro Woche auf Schmerzmittel verzichten und schnitten damit besser ab als jene Personen, die sich der »Rückenschule« verschrieben hatten.

Im Vergleich zu einigen anderen Sportarten und Fitnessprogrammen bewirkte Yoga in anderen Studien eine höhere Vitalität und deutlichere Reduktion von Stress und Stimmungsschwankungen. Auch im Vergleich zu herkömmlicher Schlafberatung schnitt Yoga besser ab und eine weitere Studie berichtet von BluthochdruckpatientInnen, die durch Yoga ihre Werte so verbesserten, dass die Medikamenteneinnahme reduziert werden konnte.

Atemkontrolle (Pranayama) und Meditation: Prana bezeichnet im Yoga die Lebensenergie, die alle Gehirn- und Körperfunktionen steuert. Der menschliche Körper wird als Verdichtung des Fließens von Prana betrachtet. Durch Asanas und Pranayama (Ayama = lenken, beeinflussen, kontrollieren) können wir das Fließen unserer Lebensenergie lenken und damit unser Wohlbefinden steigern. Umgekehrt wird unsere Gehirnaktivität über verschiedenste Botenstoffe laufend an unsere Körperzellen weitergegeben.

Anspannung und Nervosität werden über diesen Weg an unsere Zellen, Gewebe und Organe weitergegeben. Gelingt es uns, unsere Gedanken und Gefühle zu beruhigen, breitet sich die Nachricht von Entspannung und Ausgeglichenheit auf jede Zelle unseres Körpers aus. Eine wirksame Methode, um unsere Gedanken und Gefühle zu beruhigen, stellen Atemübungen dar. Dabei werden Atemkontrolle und Meditation miteinander verknüpft. Hilfreich für Einsteiger ist die einfache Beobachtung des eigenen Atemflusses. Dabei richten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, wie Sie atmen, welche Körperbereiche sich mit jedem Atemzug bewegen und wo Sie den Atem wahrnehmen können (z.B. an der Nasenspitze, im Brustraum, …). Um ein Gefühl für Ihre Atmung zu bekommen, folgen Sie für ein paar Minuten aufmerksam Ihrem Atem. Wenn sich Ihnen währenddessen Gedanken oder Gefühle aufdrängen, lassen Sie diese zu – ohne sie zu bewerten, sich damit zu identifizieren oder sich deswegen zu verurteilen.

Nehmen Sie stattdessen die Rolle eines »stillen, neutralen Beobachters« ein, der sich der Gedanken und Gefühle annimmt, sie betrachtet und sie wieder gehen lässt, ohne sich darin zu verlieren. Dann richten Sie Ihre Aufmerksamkeit erneut auf Ihren Atemfluss. Ihre Atmung beobachten können Sie bei Ihren täglichen Wegen ebenso wie beim Sport, in der Arbeit, bei einem Treffen mit Freunden oder wenn Sie es sich zuhause gemütlich machen. Und auch richtig ausatmen darf gelernt werden: Damit sich die Lunge bei jedem Atemzug mit möglichst viel frischer Luft füllen kann, müssen wir beim Ausatmen so viel verbrauchte Luft wie möglich abgeben. Atmen Sie also nicht nur tief ein, sondern vor allem tief und lange aus. Jede Verlängerung der Ausatmung hat außerdem eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist. Yoga und Meditation steigern erwiesenermaßen Wohlgefühl, Lebensqualität und Mitgefühl.

Üben Sie in regelmäßigen Einheiten und auch zwischen „Tür und Angel“, die eigene Aufmerksamkeit auf Atmung und/oder Körperhaltung zu richten, und lassen Sie damit auf körperlicher und mentaler Ebene ein wenig Ruhe in Ihr Dasein einkehren.

 

Personal Austria | Regina Nicham IBG Leitung Arbeitspsychologie

Stärkenorientierte Führung

Mit ihrem Vortrag über stärkenorientierte Führung konnte Regina Nicham, Leiterin der IBG Arbeitspsychologie, bei der Zukunft Personal Austria die Aufmerksamkeit zahlreicher ZuhörerInnen wecken.

Warum zufriedene MitarbeiterInnen produktiver sind

Sie wollen das Beste im Unternehmen und bei Ihren MitarbeiterInnen mobilisieren? Dann setzen Sie auf ihre Stärken. Stärkenorientiertes Führen fördert Begabungen und schafft einen Rahmen, in dem sich Personen entfalten können. MitarbeiterInnen gehen so am Morgen gern in die Arbeit und erbringen beruflich und privat außergewöhnliche Leistungen. Zufriedene MitarbeiterInnen sind gesunde MitarbeiterInnen, die dem Unternehmen eine hohe Produktivität ermöglichen.

Die Potenziale heben

Menschenführung ist immer eine Frage des Stils. Damit sind nicht nur Inhalte wie Anstand, Respekt und zivilisierte Umgangsformen gemeint. Menschen- und Teamführung ist auch eine Frage der Herangehensweise. Traditionelle Führungstechniken setzen auf die Eliminierung und Vermeidung von Schwächen. Dabei sind wir darauf trainiert, Schwächen zu erkennen und diese auszumerzen, anstatt die Stärken weiter auszubauen – ein Verhaltensmuster, das in der Regel seit der Schulzeit angewendet wird. Schüler oder Schülerin werden dort gefördert, wo deren Schwächen liegen. Den individuellen Stärken und Kompetenzen wird dagegen vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt.

Zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle

Die Kunst der stärkenorientierte Führung zeigt sich darin, dass es der Führungskraft gelingt, den richtigen MitarbeiterInnen an die richtige Stelle zu setzen. Der Entscheider weist seinen Leuten passenden Herausforderungen zu, bei denen diese ihre Stärken nutzen und Talente weiterentwickeln können.
Zu einer stärkenorientierte Führung gehört damit erstens das Erkennen der besonderen Fähigkeiten und Talente der eigenen MitarbeiterInnen. Dazu gehört zweitens, sich als Führungskraft verantwortlich zu fühlen für das „Ausbilden“ dieser Talente. Forschungsarbeiten der letzten Jahrzehnte zeigen sehr deutlich, wann MitarbeiterInnen ein hohes Engagement und hohe Leistungsbereitschaft zeigen: Wenn Sie sich im Unternehmen wohl fühlen. Je zufriedener MitarbeiterInnen sind, umso gesünder und leistungsbereiter sind sie. Stärkenorientiertes Führen ist einer der Schlüssel zu gesteigerten Leistungen im Unternehmen.

Vier Säulen

Die Managementtheorie nennt vier Aspekte der stärkenorientierten Führung, durch die MitarbeiterInnen gefördert und zufriedener gestellt werden können.

  • Orientierung an den Stärken: MitarbeiterInnen werden dort positioniert, wo ihre positiven Eigenschaften wie Belastbarkeit, Präzision, Empathie besonders gefordert sind.
  • „Flow“-Erleben: Immer dann, wenn man in einer Tätigkeit völlig aufgeht, diese mühelos erscheint und die Zeit wie im Flug vergeht, dann sind Menschen im Flow. Führungskräfte achten darauf, welche unterschiedlichen Tätigkeiten bei verschiedenen MitarbeiterInnen ein Flow-Gefühl begünstigen oder sogar auslösen.
  • Beteiligung an Entscheidungen: Die Belegschaft wird in Veränderungen in Produktionsabläufe, Serviceprojekte oder andere sie betreffende Vorgänge eingebunden.
  • Sinn, den die Arbeit vermittelt: MitarbeiterInnen verstehen den Zweck ihrer Tätigkeit und damit auch ihren Beitrag zum Gesamterfolg.

Führungskraft als Vorbild

Die stärkste Eigenschaft von fähigen EntscheiderInnen ist sicher, den eigenen MitarbeiterInnen das Gesagte vorzuleben. Das gilt umso mehr für den Stärkenansatz. Es gibt einige sehr einfache Dinge, die Führungskräfte tun können, um dem Team mit gutem Beispiel voranzugehen:

  • Mitarbeitern öfter Feedback zu ihren Stärken geben.
  • Den Mitarbeitern Wertschätzung zeigen durch kurze Gespräche oder eine persönliche schriftliche Notiz, was jemand gut umgesetzt hat.
  • Sicherstellen, dass die Teammitglieder untereinander Unterstützung geben und sie ebenso bekommen.
  • Sich regelmäßig über außerordentliche Leistungen ihrer MitarbeiterInnen informieren und sich bei ihnen bedanken.
  • Den Zusammenhang zwischen den Arbeitsergebnissen der MitarbeiterInnen und den übergeordneten Zielen hervorheben.

Stärkenorientiertes Führen bedeutet nicht, den Anspruch nach unten zu schrauben. Im Gegenteil: Die Methoden des stärkenorientierten Führens ermöglichen es, bei den MitarbeiterInnen die bestmögliche Leistung abzurufen. Dies macht sie zufrieden und schafft das Bewusstsein, ein wertvoller Teil des Ganzen zu sein. Nur zufriedene MitarbeiterInnen sind gesunde und leistungsfähige MitarbeiterInnen.

 

IBG Leistungskatalog | Gesunde Wege zur nachhaltigen Produktivität

Holen Sie sich den neuen IBG Leistungskatalog

IBG hat ihren neuen Leistungskatalog veröffentlicht. Kundinnen und Kunden erhalten damit Einblick in die breite Leistungspalette von Österreichs größtem Unternehmensberater im Gesundheitsbereich.

Als innovatives Dienstleistungsunternehmen mit mehr als 20 Jahren Erfahrung hat IBG die Angebote und Dienstleistungen ständig erweitert. Der neu aufgelegte IBG-Leistungskatalog gibt einen leicht verständlichen Überblick über die breite Servicepalette, die von den IBG Expertinnen und Experten österreichweit angeboten wird. Das Spektrum reicht von der Betreuung nach dem ASchG bis hin zu Befragungen und Beratung zu Themen wie Gesunde Führung, Arbeitszeiten, Generationenbalance, Burnout Prävention oder Reduzierung psychischer Belastungen.

Konkret stellt der Leistungskatalog folgende Themenbereiche vor

Steuerung. IBG bietet ihren Kunden ein Online-Gesundheitscockpit an, welches ArbeitgeberInnen ermöglicht, unterschiedliche Aktivitäten im Bereich Gesundheit und Sicherheit zu steuern und zu kontrollieren. Außerdem steht den MitarbeiterInnen unserer Kunden ein Online-Gesundheitsportal zur Verfügung, das weiterführende Informationen über die persönliche Betreuung hinaus bietet. Sehr komfortabel ist die Online-Terminreservierung.

Wiederherstellen. IBG betreibt eigene Betriebsambulanzen und Ordinationen an diversen Firmenstandorten in Österreich. Damit können sie nicht nur eine 24-Stunden-Notfallversorgung gewährleisten, sondern auch MitarbeiterInnen vor Ort untersuchen, diese medizinisch betreuen, und gegebenenfalls psychologische Notfälle auffangen.

Absichern. Die Aufgabe bzw. Ziel  der Präventivfachkräfte ist die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der MitarbeiterInnen nicht nur zu erhalten, sondern zu fördern. Für eine optimale Betreuung arbeiten ArbeitsmedizinerInnen,  ArbeitspsychologInnen, ErgonomInnen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit von IBG eng zusammen.

Fördern. Im Rahmen der Gesundheitsförderung wollen wir nicht nur das Verhalten Einzelner, sondern auch Verhältnisse, also Kultur, Prozesse und Strukturen einer Organisation positiv beeinflussen. Unser Angebot reicht daher von Einzelaktivitäten zu unterschiedlichsten Themen bis hin zu umfassenden BGF-Projekten, die sich sowohl der Verhaltens- als auch Verhältnis-Prävention widmen.

Analysieren. Ein erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement braucht Kontrolle. IBG arbeitet seit 20 Jahren an verlässlichen und prognosefähigen Befragungs-, Analyse- und Steuerungsinstrumenten für den HR- und Gesundheitsmanagementbereich zur Erfassung von Produktivität und Gesundheit. Unser Angebot reicht von Mitarbeiterbefragungen über  360° Feedback bis hin zu einem datenbasierten Führungskräftefeedback und -coaching.

Erhältlich unter office@ibg.co.at, Kennwort: Leistungskatalog

 

 

Kongress | IBG Polacsek-Ernst

Wie Unternehmen psychischen Belastungen ihrer MitarbeiterInnen entgegenwirken können

IBG-Gesundheitsökonom Roland Polacsek-Ernst wurde zum 20. Workshop des Fachverbands Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit PASiG nach Salzburg geladen. Er berichtete vor dem Expertenpublikum über die Erfahrungen bei der Reduktion der psychischen Belastungen, die er und seine IBG-Kollegen in 25 Unternehmen gesammelt haben.

In  der präsentierten Studie wurden Ergebnisse der Evaluierung psychischer Belastungen mit dem Psychosozialen Belastungs-Modul2 (PBM2) präsentiert. Das PBM2 ist ein Fragebogeninstrument, das Vorliegen und Ausmaß psychischer Belastungen erhebt. Es erfüllt die Anforderungen der ISO 10075-3 an Objektivität, Reliabilität, Validität und Gebrauchstauglichkeit. Darüber hinaus konnte die Bedeutung der Belastungsscores des PBM2 für Gesundheit, Arbeitsfähigkeit, Arbeitszufriedenheit und Lebensqualität der MitarbeiterInnen mehrfach nachgewiesen werden. So konnten Zusammenhänge der PBM2-Scores mit zahlreichen Faktoren subjektiver Gesundheit wie Krankenstände, diagnostizierte Krankheiten, Arbeitsfähigkeit -gemessen mit dem Work Ability Index (WAI) -, gesunder Verbleib und Aufhörwunsch aufgezeigt werden.

Psychische Belastungen steigern subjektives Krankheitsempfinden um 18 Prozent

Während die subjektive Gesundheit bei MitarbeiterInnen mit geringen psychischen Belastungen über das gesamte Arbeitsleben nahezu gleich bleibt, steigt der Anteil der MitarbeiterInnen mit schlechter subjektiver Gesundheit in der Gruppe mit hohen psychischen Belastungen mit zunehmender Betriebszugehörigkeit um 18 Prozent an.  Viele Betriebe nehmen heute die Evaluierung psychischer Belastungen zum Anlass, die Arbeitsplätze über die gesetzliche Pflicht hinaus „menschengerechter“ und gesünder zu gestalten.

Spürbare Verbesserungen

Bei strukturierter Bemessung durch die PBM2-Methode und darauf basierenden Prozessveränderungen im Betrieb konnten die psychischen Belastungen in den vier Dimensionen um sieben Prozent (Skala von 0-100 Prozent) reduziert werden. Die Verbesserungen betragen

  • im Organisationsklima sieben Prozent,
  • in den Arbeitsabläufen zwei Prozent,
  • in den Tätigkeiten sechs Prozent und
  • in der Arbeitsumgebung elf Prozent.

Besonders auffällig waren die Verbesserungen in den Subdimensionen Entwicklung, Partizipation, Umgebung und Ergonomie.

Zukunft gestalten

Die Organisatoren des 20. Workshops, der Fachverband Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit (FV PASiG), der Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie der Friedrich Schiller Universität Jena sowie die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt Österreichs (AUVA) stellten die zweitägige Veranstaltung (10. Bis 11. September 2018) unter das Leitbild  „Voneinander lernen und miteinander die Zukunft gestalten!“ Mit 35 Arbeits-Dialog-Kreisen und mehr als 160 Beiträgen und integrierten Gesundheitspausen war das Programm breit gestreut.

Neue Formen der Unternehmensbetreuung

Ein Schwerpunkt liegt auf der Neugestaltung des Betreuungsansatzes. Die Betriebe sollen zum Schutz der Gesundheit und zur Förderung die Betreuung von den Professionen erhalten, die dafür die beste Erfahrung und das höchste Know-how haben. Beispielhaft seien hier die psychischen Gefährdungen genannt, die gegenwärtig für einen hohen Anteil an Fehlzeiten verantwortlich sind.  In Österreich ist es bei diesem Thema deutlich besser gelungen den Unternehmen Ihre Verantwortung bewusst zu machen. Die deutschen Kollegen zeigten sich daher beeindruckt, wie ernst das Thema psychische Belastungen von den Unternehmen in Österreich genommen wird.

7 Tage Ö1

Rudi Karazman in der Diskussionsrunde beim Ö1 Gesundheitsdoktor

Alternsgerechte Arbeitswelt

Medizin und Gesundheit

Gesund arbeiten – Von 15 bis 65

Den Arbeitsmedizinern und den Firmen wird wohl nicht so schnell langweilig. Eine der großen Herausforderungen für die Wirtschaft besteht darin, die Arbeitswelt gesund zu gestalten. Dies gilt natürlich für alle Altersgruppen. Besonders sensibel ist jedoch die Gruppe der älteren Mitarbeiter – altersgerechtes Arbeiten lautet hier das Schlagwort.

Steigender Druck auf Arbeitnehmer

Die Arbeitswelt war in den letzten Jahrzehnten gravierenden Änderungen unterworfen. Zu den bedeutendsten gehörten fortschreitende Technisierung und Digitalisierung. Diese hatten zur Folge, dass viele körperlich extrem anstrengende Arbeiten nun von Maschinen erledigt werden können, und viele weitere von Computern.
Die Arbeit ist zwar insgesamt körperlich einfacher geworden, aber der Ablauf der Arbeitsprozesse wurde über die Jahre komprimiert und beschleunigt, um die Produktivität zu steigern. Damit erhöht sich der Druck auf die Arbeitnehmer gewaltig.

Immer mehr psychische Erkrankungen

Burnout und Mobbing am Arbeitsplatz sind seit Jahren Dauerbrenner. Dementsprechend führen die (immer häufiger werdenden) psychischen Erkrankungen zusammen mit Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems die Liste der Ursachen für krankheitsbedingte Frühpensionierungen an. Die positive Nachricht: Seit dem 1. Juli 2017 können länger erkrankte Menschen mit dem Arbeitgeber eine Wiedereingliederungsteilzeit vereinbaren.
War es noch von etwa 30 Jahren Usus, ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in großem Stil in Frühpension zu schicken, ist das heute schon aufgrund der demografischen Entwicklung nicht mehr möglich. So sind derzeit in Österreich über eine Million unselbstständige Erwerbstätige älter als 50 Jahre.

„Innere Pensionierung“

Doch viele Unternehmen haben diese Entwicklung regelrecht verschlafen. Noch immer sind vielerorts Betriebe auf junge Menschen zugeschnitten. So werden oftmals Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 50 Jahre nicht mehr zu Fortbildungen zugelassen, oder sie sind in ihren Aufgaben schlicht unterfordert. Sinnentleerung, „innere Pensionierung“ und letztendlich Krankheiten sind die Folge.

Im Alter mehr Kompetenz, Empathie und Loyalität

Dabei steckt in älteren Menschen viel Potenzial. Natürlich erfolgt ein körperlicher Abbau – der übrigens schon mit 25 beginnt. Kognitiv-psychisch bleibt der ältere Mensch gleich. Aber Fähigkeiten wie Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Empathiefähigkeit, Loyalität und Durchhaltewillen steigen mit zunehmendem Alter an. Hier sind die Unternehmen gefordert, die Arbeitswelt den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Menschen anzupassen.

Flexiblere Arbeitszeiten und anspruchsvolle Aufgaben

Hauptansatzpunkte dafür seien eine Verkürzung der Arbeitszeit, sowohl der täglichen als auch der wöchentlichen, wie der Arbeitsmediziner Rudolf Karazman meint. Arbeitszeiten müssen flexibler gestaltet werden, insbesondere die Schichtarbeit. Die Altersteilzeit sollte ausgebaut werden. Und vor allem brauchen ältere Menschen anspruchsvolle Aufgaben, dafür weniger Druck, und keine betrieblichen Barrieren.

Betriebe mit Gütesiegel

Zahlreiche Projekte, wie beispielsweise „fit2work“ oder „Demografieberatung“, aber auch spezialisierte Unternehmen unterstützen Betriebe in ihren Bestrebungen, altersgerechtes Arbeiten für alle Altersgruppen zu ermöglichen. Viele Firmen haben dieses Ziel bereits erreicht und dafür das Gütesiegel „Nestor“ des BM für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz erhalten.
Altersgerechte Arbeit erhält Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund. Die erhöhte Wertschätzung kommt letztendlich allen zugute.

Reden auch Sie mit! Wir sind gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen. Unsere Nummer: 0800/22 69 79, kostenlos aus ganz Österreich.

Arbeiten Sie in einem alternsgerechten Umfeld?

Sind Sie mit Ihrem Arbeitsumfeld zufrieden?

Wurden Sie an Ihrem Arbeitsplatz jemals aufgrund Ihres höheren Alters benachteiligt?

Welche Veränderungen würden Sie sich von der Unternehmensseite her wünschen?

Unter welchen Umständen würden Sie über das Regelpensionsalter hinaus arbeiten wollen?

 

Text: Michaela Steiner

Gestaltung: Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger

Prof. Dr. Rudolf Karazman
FA für Psychiatrie und Neurologie, Arzt für Arbeitsmedizin, Psychotherapeut,
Gründer des Beratungsunternehmens „Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement GmbH“

Mag.a Maria Kaun
Referentin für Arbeitsmarkt
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Wirtschaftskammer Österreich

 

Dr.in Irene Kloimüller, MBA
Psychotherapeutin, Unternehmens- und Organisationsberaterin
Wert:Arbeit

 

arbeit&alter
Demografieberatung für Beschäftigte und Betriebe
Arbeiterkammer
AMS – Impulsberatung für Betriebe
fit2work für Personen und Betriebe
Wiedereingliederungsteilzeit
Berufliche Rehabilitation (inklusive Antrag)
gesunde arbeit (Bundesarbeitskammer, ÖGB)
netdoktor.at: Alternsgerechtes Arbeiten
derstandard.at: Arbeitsmarkt: Was für Ältere getan wird
w24: Arbeitszeit: Mediziner warnen vor Folgen der Ausweitung

Cornelia Schneider, „Reife Leistung – Erfolgreich älter werden im Beruf“, Verlag Herder 2014

Hans-Georg Wilmann, „Durchstarten mit 50 plus: Wie Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nutzen“, Campus Verlag 2018

Claudia Andersch, „Gesund im Job – Krankheitseinflüsse in einer sich wandelnden Berufswelt“, Bachelor & Master Publishing 2018