Ina Lukl, IBG Expertin und Leiterin des Bereichs Generationenbalance, Betriebliche Gesundheitsförderung im Gespräch mit dem Magazin forum.KSV über die Notwendigkeit von Betrieblicher Gesundheitsförderung in Zeiten extremer Belastung, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter, die schon die längste Zeit die eigenen vier Wände als Dauerbüro erleben, langfristig motivieren und stärken können.
Soziale Isolation, Kurzarbeit, Abstandsregeln und die eigenen vier Wände als Dauerbüro: in Hochbelastungszeiten ist betriebliche Gesundheitsförderung nicht nur wichtig, sondern notwendig. So gelingt es Unternehmen, Mitarbeiter langfristig zu motivieren und zu stärken.
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe 01/21 des Magazins Forum.KSV erschienen. Autorin: Christina Mothwurf
Gerade in Krisenzeiten muss man doch eigentlich froh sein, einen Job zu haben, oder? Stimmt. Aber trotz rasant steigender Arbeitslosenzahlen ist menschliches Kapital keine gesicherte Konstante. Unternehmen tun gut daran, gerade jetzt dafür zu sorgen, dass sich ihre Mitarbeiter wirklich wohlfühlen in ihrer Haut. Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung helfen nicht nur, das physische und psychische Gleichgewicht zu erhalten, sondern sorgen zudem dafür, dass auch nach der Krise motivierte Teams zum Erfolg beitragen.
Aber funktioniert betriebliche Gesundheitsförderung in Zeiten von Homeoffice überhaupt? Ja, das geht. Und es gibt auch jetzt zahlreiche Maßnahmen, von denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig gesehen gleichermaßen profitieren.
Oberstes Gebot: Transparenz.
Wer macht eigentlich gerade was? Und welche Regelungen gelten fürs Homeoffice? Je deutlicher kommuniziert wird, wie die Aufgaben geregelt sind, desto besser arbeiten Mitarbeiter – ganz egal, ob alleine oder in Teams. Soll heißen: Gerade in Krisenzeiten muss über Arbeitsabläufe deutlich mehr kommuniziert werden – und zwar über vielfältige Kanäle, damit auch alle erreicht werden. „Je transparenter man als Unternehmen kommuniziert, desto besser“, so Ina Lukl von IBG, Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement.
Ina Lukl ist IBG-Leiterin des Bereichs Betriebliche Gesundheitsförderung und Generationenbalance, Arbeitspsychologin, Lebens- und Sozialberaterin, Coach, Trainerin
Ein Zuviel an „Darüber- Reden“ gibt es dabei derzeit nicht, ganz im Gegenteil: Im Homeoffice braucht es da und dort sogar mehr Meetings – und nicht weniger. So kann ein kurzes digitales Treffen am Morgen nicht nur dabei helfen, den Tag gemeinsam zu strukturieren. „Das hat auch eine soziale Komponente“, so Lukl.
„Wenn ich jetzt Mitarbeiter alleine oder uninformiert lasse, werde ich mitunter Schwierigkeiten haben, sie zu halten.“
Schließlich entfällt durch die Arbeit in den eigenen vier Wänden der gemeinsame Kaffee im Büro. Trotz der allseits bekannten „Zoom-Fatigue“ gilt: Gut geplante Videokonferenzen sind wichtig, um die Teams zusammenzuhalten.
Gut durch den (Heim-)Arbeitstag.
Selbstorganisation und Struktur sind Bereiche, die besonders viel Unterstützung brauchen. Wie gestalte ich meinen Tag so, dass Arbeit und Freizeit (halbwegs) gut getrennt werden können? Wo richte ich mir meinen Arbeitsplatz ein, und welche Möglichkeiten stehen überhaupt zur Verfügung? Um diese Fragen zu beantworten, hat sich das IBG selbst einiges überlegt: „Wir evaluieren mit unseren Mitarbeitern auf Wunsch ihren Homeoffice-Arbeitsplatz und schauen gemeinsam, was man verbessern kann – von der Sitzposition bis zur Beleuchtung“, so Lukl. Und wo es früher einen Gesundheitstag gegeben hat, sorgen derzeit monatliche Vortragsreihen inklusive interaktiver Fragerunde für ein gesundes Miteinander. Auch Kooperationen mit anderen Unternehmen können helfen, die Fitness im Homeoffice zu fördern: von Yoga und Rückengymnastik als Stream oder Download über Ernährungstipps bis hin zu Entspannungsvideos.
Aber was, wenn man gar nicht die Möglichkeit hat, via Heimarbeit zum Unternehmenserfolg beizutragen? Viele Mitarbeiter sind derzeit sehr isoliert und sitzen zu Hause – da kann schon schnell das Gefühl auftauchen, nicht mehr gebraucht zu werden. Auch hier gilt: Welche Möglichkeiten habe ich als Unternehmer, diese Mitarbeiter wieder zu integrieren? Unterstützung bieten etwa externe Hotlines, die psychologische Beratung anbieten und in Krisensituationen entlasten können. Unternehmen sind gefordert, entsprechend zu informieren und zu motivieren.
Schließlich ist es keine Schande, sich Hilfe zu holen, wenn man nicht mehr weiterweiß. Apropos Wissen: „Wenn ich jetzt Mitarbeiter alleine oder uninformiert lasse, werde ich mitunter Schwierigkeiten haben, sie zu halten“, so Lukl. Betriebliche Gesundheitsförderung ist also gerade jetzt eine Investition, die sich doppelt auszahlt: für Mitarbeiter und Unternehmen.
HOMEOFFICE LEICHT GEMACHT: Mitarbeitermotivation – step by step
Klarheit schaffen: Wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Arbeit & Leistung im Homeoffice schaffen die nötige Transparenz:
Virtuelles Führen will gelernt sein: Arbeitspakete und Zielvorgaben müssen so formuliert werden, dass alle im Team wissen, was er oder sie zu tun hat.
Digital und emotional first! Mitarbeiter klar informieren, wie mit digitalen Tools kommuniziert wird – auf technischer und emotionaler Ebene.
Struktur ist alles: Stehen Sie Ihren Mitarbeitern in Sachen Selbstorganisation, Tages und Aufgabenstruktur im Homeoffice aktiv zur Seite.
Sharing is caring: Motivieren Sie die Mitarbeiter, sich im Fall der Überforderung frühzeitig zu melden und sich gegenseitig im Team zu unterstützen.
Für Unternehmen: JETZT FÖRDERGELDER SICHERN Betriebliche Gesundheitsförderung hat viele Vorteile – und weil nachhaltige Konzepte nicht nur gut für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft sind, werden Projekte zur betrieblichen Gesundheitsförderung auch subventioniert. Zum Beispiel von der Österreichischen Gesundheitskasse – alle Informationen zu den Fördermöglichkeiten. Darüber informieren auf die Gesundheitsexperten von Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement.
Viele Mitarbeiter:innen arbeiten nun schon seit Monaten im Homeoffice.
Damit einhergehend bedeutet das für viele Menschen Bewegungsmangel, der zunehmend zur Belastung werden kann.
Mit einfachen Maßnahmen kann man leicht Besserung erzielen.
Wien, 30.3.2021. Zuhause ist alles anders. Weniger automatische Bewegung über den Tag verteilt, weil der Weg zur Küche nicht mehr so weit ist, der Drucker nun auf dem Schreibtisch steht, keine Kolleg:innen da sind, die zum Kaffee oder zum Aufstehen »einladen«. Hinzu kommt die oft suboptimale ergonomische Ausrüstung in den eigenen vier Wänden. Von einem perfekt eingerichteten Arbeitszimmer bis hin zum improvisierten Arbeitsplatz am Küchentisch, vielleicht auch noch geteilt mit dem Partner oder den Kindern. Ablenkungen, selbst auferlegter Druck des ständig Erreichbar seins und des Leistung bringens können zusätzliche Probleme bereiten. Doch einigen dieser neuen Herausforderungen können wir mit kleinen Maßnahmen, die leicht in den Arbeitsalltag integrierbar sind, entgegenwirken.
Wie Sie aus dem statischen Arbeitsplatz einen dynamischen machen
Sitzposition wechseln: immer die nächste Sitzhaltung ist die Beste
Beim Telefonieren aufstehen
Tätigkeits- und Positionswechsel sowie Bewegung(sübungen) sind wie Sonnenstrahlen – diese müssen regelmäßig Kleben Sie sich einen gelben Punkt an den Bildschirmrand, um an die positiven Sonnenstrahlen erinnert zu werden
Die Bewegungsmuster aus der Arbeit auch im Homeoffice einbauen
Längere Wege in die Küche/Drucker/ WC: machen Sie z.B. eine extra Runde um den Küchentisch
Gönnen Sie sich trotz allem eine Kaffeepause, vielleicht hilft dabei ein virtueller Kollege, der einen zum Kaffee abholt
Simulieren Sie den Weg in die Arbeit und nach Hause, z.B. durch einen Nachmittagsspaziergang in der Natur oder einer Runde um den Häuserblock
So beugen Sie etwaigen Fehlbelastungen des Bewegungsapparats vor
Die ergonomischen Grundregeln mit der 90°-Referenzhaltung gelten im Homeoffice genauso wie im Büro.
Unterarme sollen entspannt auf dem Tisch aufliegen, eventuell Fußstütze verwenden
Sitzalternativen wie Sitzball oder Sitzdiskus in Erwägung ziehen
Aufgrund von prolongierten Homeoffice Lösungen sind in der momentanen Situation Begehungen nach ASchG nur bedingt möglich, daher greifen immer mehr Unternehmen zu Online-Angeboten, die ihre Mitarbeiter:innen bei der richtigen Gestaltung ihres Arbeitsplatzes unterstützen. Eine Möglichkeit ist die ergonomische Online-Beratung. Im Rahmen von Video-Calls werden mit Ergonom*innen online Gestaltungsmöglichkeiten auf Basis der bestehenden- Gegebenheiten, Tipps für mögliche Hilfsmittel sowie individuelle Ausgleichsübungen je nach Beschwerden besprochen. So gelingt gesundes Arbeiten auch zuhause.
Autor: Matthias Welkens, Ergotherapeut und Leiter des IBG-Bereiches Arbeitssicherheit und Ergonomie, beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Facetten des Arbeitnehmerschutzes und der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung.
IBG GmbH, gegründet 1995, ist mit über 180 Mitarbeiter:innen, davon 80 Arbeitsmediziner:innen, Österreichs größte Unternehmensberatung im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagement. IBG ist in ganz Österreich vertreten.
Kommunikation als wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens bestimmt in hohem Maß wie erfolgreich wir beim Erreichen unserer Ziele sind. So liegt es zum einen an der Fähigkeit unsere Wünsche und Bedürfnisse so mitzuteilen, dass unser Gegenüber sie versteht und zum anderen daran das Gehörte richtig zu interpretieren.
Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun
Ein bekanntes Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun beschäftigt sich eben damit und obliegt der Annahme, dass jede geäußerte Nachricht sowohl auf vier verschiedenen Ebenen mitgeteilt, als auch gehört und interpretiert werden kann. Wodurch es nicht selten sowohl im Berufs- als auch im Privatleben zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen kommen kann. Ein Beispiel: Gemeinsames Essen – A hat gekocht und B fragt „Was ist das Grüne in der Suppe?“
Die Nachricht von B könnte folgende Botschaften beinhalten:
Sachinhalt – „Da ist etwas Grünes in der Suppe.“
Beziehung – „Du wirst es wissen, was es ist.“
Selbstoffenbarung – „Ich weiß nicht, was es ist.“
Appell – „Sag mir, was es ist.“
A könnte in der Nachricht folgende Botschaften hören:
Sachinhalt –„Da ist etwas Grünes in der Suppe.“
Beziehung – „Du kannst nicht kochen oder kochst nicht gut.“
Selbstoffenbarung – „Mir schmeckt das nicht.“
Appell – „Lass in Zukunft das Grüne weg.“
Es ist deshalb wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, um unsere Interpretationen des Gehörten auf seine „Richtigkeit“ zu überprüfen und auch darauf sich selbst bewusst deutlich auszudrücken und dafür die entsprechende Ebene zu wählen.
Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit steht kurz bevor. Am Sonntag (28. März 2021) endet die Winterzeit: In der Nacht wird die Uhr um eine Stunde – von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr – vorgestellt. Dabei sollte die Umstellung der Uhren doch abgeschafft werden – das das hatte die EU-Kommission schon 2019 beschlossen. Geplant war eine Abschaffung der Zeitumstellung für Ende 2021. Bisher ist das Thema noch nicht weiter vorangeschritten – vermutlich auch, weil die EU gerade durch die Corona-Pandemie größere Entscheidungen zu treffen hat.
IBG Arbeitsmediziner Dr. Helmut Stadlbauer spricht sich aus medizinischen Gründen entschieden für eine Beendigung der Zeitumstellung aus. Dabei befürwortet er die Beibehaltung der Winterzeit.
Viele Menschen erleben die Sommerzeit als eine Verbesserung der Lebensqualität
Gesundheitlich ergibt sich dabei allerdings ein Belastungspotential – immer mehr Aktivitäten werden in immer mehr Wachzeit gepackt => Schlafmangel
IBG-Arbeitsmediziner plädieren für Winterzeit als Normalzeit mit einer Flexibilisierung der Arbeitsbeginnzeiten nach individuellen Veranlagungen
Sozialer Jetlag
Dr. Helmut Stadlbauer, Bereichsleiter Arbeitsmedizin von Österreichs größtem privaten betrieblichen Gesundheitsberater IBG, ist Experte für gesundheitsoptimierte Arbeitszeitgestaltung: »Die innere Uhr wird vom Tageslicht vor- und zurückgestellt. Sie arbeitet selbstständig und tickt bei einer Zeitumstellung zunächst unverändert weiter.« Schlaf- und Wachrhythmus passen nicht zu den Tages- und Nachtzeiten ( Sozialer Jetlag). Die innere Uhr bleibt die maßgebliche Instanz. Sozialer Jetlag belastet die Gesundheit und führt zu weniger Leistungsfähigkeit.
Kehrseiten der Medaille
Viele Menschen empfinden die Sommerzeit als eine Verbesserung ihrer Lebensqualität – vor allem ihrer Freizeitqualität. Gesundheitlich ergibt sich dabei allerdings ein Belastungspotential: Gerade späte Chronotypen schlafen durch die Sommerzeit noch weniger. Dabei nimmt die Schlafdauer während der letzten hundert Jahre ohnehin ab. Immer mehr Aktivität wird in immer mehr Wachzeit gepackt: Die Zeit für Arbeit, Kinder, Freunde, Freizeit wird meist von der Ruhezeit abgezweigt. Job und Lebensstil haben direkten Einfluss auf die Schlafqualität – und damit die Gesundheit.
Freizeit erhält erhöhtes Augenmerk
Gesundheitlich problematisch ist dabei die weitverbreitete Einstellung, in der die Qualität der Arbeitszeit hinter der Qualität der Freizeit gereiht wird. Die Konsequenzen sind für den arbeitenden Menschen langfristig negativ. Eine permanente Sommerzeit hat im Winter negative Auswirkungen. Das Aufstehen und Arbeiten bei Finsternis hemmt Wohlbefinden und Produktivität. Schulkinder kämpfen am stärksten mit den Auswirkungen der längeren Dunkelheit am Vormittag.
Arbeiten gegen die innere Uhr
Generell beginnen aus medizinischer Sicht mitteleuropäische Arbeitszeiten zu früh. Dies gilt auch für die Schulzeiten. Es entspricht dem chronobiologische Normaltyp, von 24 bis 8 Uhr zu schlafen, wenn er könnte. Dieser Rhythmus ist aus gesundheitlichen Gründen anzustreben. Der frühere Start in den Tag bedeutet Arbeiten gegen die innere Uhr. Also sind Arbeitsbeginnzeiten vor 9 oder 10 Uhr völlig unphysiologisch für den Großteil der Bevölkerung, die Frühtypen ausgenommen. Von den Spättypen ist dabei noch nicht die Rede.
Winterzeit ist Normalzeit
Die Sommerzeit verschärft diese Problematik. Die innere Uhr richtet sich in erster Linie nach der Sonne, und nicht nach der gesellschaftlich festgelegten Uhrzeit. Daher plädiert der IBG-Arbeitsmediziner Dr. Stadlbauer für eine dauernde Normalzeit („Winterzeit“): Die von der Regierung geplante Sommerzeit ist eine „falsche Normalzeit“ mit geringem Erholungspotential.“
Der ganzheitliche Ansatz des Gedächtnistrainings beinhaltet neben der kognitiven und der seelischen auch die körperliche Aktivierung. Bewegung im Gedächtnistraining erfüllt hierbei mehrere wichtige Funktionen.
Zum einen stellt Bewegung einen Ausgleich zur kognitiven Ebene dar, ist sozusagen eine Entspannungspause für das Gehirn, zum anderen verbessert körperliches Training die Durchblutung und den Stoffwechsel im Gehirn und wirkt sich somit positiv auf die eigene Leistungsfähigkeit und das körperliche Wohlbefinden aus.
Bereits 20 Minuten Spazierengehen haben einen sichtbar positiven Effekt auf die Gehirnleistung (siehe Bild). Besonders deutlich beeinflussen lassen sich die sogenannten „exekutiven Funktionen“ wie das Setzen von Zielen, das Planungsvermögen, das Arbeitsgedächtnis oder die Konzentrationsfähigkeit.
Dies lässt sich bereits im Kindesalter feststellen: so haben Studien gezeigt, dass Kinder, die sich am meisten bewegten, tendenziell bessere Schulnoten hatten. Eine Bewegungsübung unmittelbar vor einer Klassenarbeit oder den Hausaufgaben kann demnach zu besseren Ergebnissen verhelfen.
Ein Spaziergang oder eine Sporteinheit kommt also nicht „nur“ dem Aussehen und der körperlichen Leistungsfähigkeit zu Gute, sondern ist auch ein echter Boost für die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns!
IBG Arbeitspsychologin Regina Nicham gibt Tipps, wie die Seele in Zeiten von Corona nicht allzusehr belastet wird.
Das Coronavirus ist noch immer ein ständiger Begleiter. Wichtig ist, mit dieser Situation, die nun schon seit einem Jahr anhält, umgehen zu lernen. Oft braucht es eine psychische Stütze, um der herausfordernden Situation aktiv zu begegnen. Regina Nicham ist Leiterin des Bereichs Arbeitspsychologie beim Unternehmen IBG, das sich der Gesundheitsvorsorge verschrieben hat. Sie hat Tipps parat, wie man die Krise besser bewältigt werden kann.
Selbstfürsorge
Gerade in Zeiten, in denen man das Gefühl hat, fremdbestimmt zu sein und an der eigenen Situation nichts ändern zu können, sollte Selbstfürsorge an oberster Stelle stehen. Stellen Sie sich bewusst die Frage: Was tut mir gut? Was mache ich gerne? Widmen Sie sich bewusst Ihren persönlichen Kraftquellen und füllen Sie diese von Zeit zu Zeit auch wieder auf.
Fokus auf Positives
Eine Situation hat meistens positive und negative Aspekte. Schaffen wir es also, in scheinbar ausweglosen Situationen positive Anteile zu finden, können wir uns Handlungsspielraum zurückerobern. Auch wenn sich die Situation selbst dadurch nicht verändert, unsere Einstellung und unser Handeln sind abhängig davon, worauf wir uns konzentrieren. Lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten, die Ressourcen, die »Ist-Seite«, wird uns der Umgang leichter fallen.
Akzeptanz und Gelassenheit
Zu lernen unsichere und unwägbare Situationen im Leben zu akzeptieren und anzunehmen, hilft uns besser damit umzugehen, anstatt unsere wertvolle Energie in Verdrängen oder Widerstand zu investieren. Dabei geht es nicht darum, dass man die aktuelle Situation und die dadurch ausgelösten Gefühle toll finden muss. Es geht vielmehr darum der Tatsache und den Gefühlen bedingt Raum zu geben, weil der Kampf gegen sie diese nur stärker machen würde. Denn was nützt einem der Kampf gegen eine Sache, der dieser Kampf egal ist? Versuchen Sie unangenehme Gefühle zu registrieren, zu benennen, aber nicht darauf zu reagieren und sie wieder ziehen zu lassen. Und wenn ich es nicht ändern kann, vielleicht kann ich es für mich nutzbar machen? Was hat sich durch die Situation für mich verbessert, hilfreiche Erfahrungen, Möglichkeiten – Zeit nehmen, überlegen und einfach einmal aufschreiben.
Sich abgrenzen
Gerade im Homeoffice ist es umso wichtiger, sich mit den Grenzen zwischen Privatem und Beruflichen zu beschäftigen und diese klar zu setzen. Sei es organisatorisch, indem konkrete Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeiten mit Vorgesetzten und Kollegen getroffen werden oder auch räumlich, indem man sich einen klar abgegrenzten Bereich mit allem Notwendigen für die Arbeit einrichtet. Der Arbeitsplatz sollte darüber hinaus so gestaltet werden, dass er die eigene Produktivität möglichst fördert – denn je wohler wir uns in unserer Umgebung fühlen, umso motivierter sind wir auch.
Pausen und Erholung
Auch wenn die aktuelle Zeit von ungewöhnlichen Herausforderungen geprägt ist, achten Sie darauf, dass Sie sich regelmäßig kurze Pausen und Auszeiten nehmen, um zwischendurch für ein wenig Entspannung zu sorgen. Frischluft schnappen, sich bewegen, bewusste Atemübungen, Abwechslung sowie ausreichend trinken helfen, um gut über den Tag konzentriert bleiben zu können. Nicht vergessen, Bewegung und körperlicher Ausgleich steigern das Wohlbefinden und unterstützen beim Stressabbau.
Um Krisenbewältigung und Resilienz geht es in dem, von Siegrun Herzog verfassten Beitrag, in dem auch IBG Experte Arbeits- und Gesundheitspsychologe Tobias Glück zu Wort kommt.
Dr. Tobias Glück, Arbeits- und Gesundheitspsychologe
Was uns psychisch stabil und widerstandsfähig macht und warum auch Verletzlichkeit seinen Wert hat, erzählen Psycholog*innen und Theolog*innen. Was wir aus der Corona-Pandemie für andere Katastrophen lernen können, lesen Sie hier.
Wir sind bewegte Wesen. Trotzdem fällt es im Arbeitsalltag vielen Menschen schwer, sich regelmäßig zu bewegen. Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir unbewegt. Wir sitzen oder stehen. Umso wichtiger ist es, in den zumeist statischen Alltag Bewegung zu bringen. Aber auch wenn wir einen sehr »bewegten« bzw. körperlich anstrengenden Arbeitsalltag haben, heißt das noch lange nicht, dass wir unserem Körper etwas Gutes tun. Oftmals schleichen sich in der Routine Fehl-, Zwangs- oder Schonhaltungen ein und erschweren uns das Leben. Ein dynamischer Ausgleich wird immer wichtiger. Der »Tag der Rückengesundheit« am 15.März, wäre ein guter Anstoß, mit Bewegung unter Anleitung zu beginnen. IBG-Partner Fitness goes Office lädt Sie am 15.3.2021 in der Zeit von 12:30 bis 12:45 zu einem Live Online Training ein. 15 Minuten für Ihre Rückengesundheit täglich können viel bewegen.
Trainieren Sie mit! Am 15.3. von 12:30 bis 12:45 live auf YouTube.
Rückenpflege ist wie Zahnpflege – einfach, regelmäßig und effektiv
Die Grundfunktionen unserer Wirbelsäule sind Stabilisierung, Beweglichkeit und Unterstützung. Daraus resultieren auch die Anforderungen an uns, unserer Wirbelsäule etwas Gutes zu tun und der statischen Arbeit bzw. Zwangshaltungen entgegenzuwirken: Dehnen, Bewegen, Kräftigen
3×5=15: mit dieser einfachen Formel lässt sich unsere Wirbelsäule optimal unterstützen. 3 mal am Tag 5 Minuten Rückenübungen sind 15 Minuten für Ihre Rückengesundheit
Inputs für langes Sitzen: Sitzhaltung ändern, im Stehen telefonieren, bewusst lange Sitzphasen durch Bewegung unterbrechen
Haltung am Arbeitsplatz: rückengerechtes Heben und Tragen; Verwendung von Hilfsmitteln
Psychische Entlastung: Tipps im Umgang mit der Pandemie.
Autorin/ Expertin: Regina Nicham
IGB Arbeitspsychologin Regina Nicham gibt Tipps in Top News für den Umgang mit der Ungewissheit der Pandemie und der dadurch gesteigerten psychischen Belastung.
Psychische Entlastung: So kommen Sie gesund durch die Pandemie.
Expertin/ Autorin: Regina Nicham
Um trotz der Einschränkungen positiv und motiviert zu bleiben, gibt IBG Arbeitspsychologin Regina Nicham Tipps im Boerse-Express für die innere Stärkung gegen die Entmutigung durch die Pandemie.