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IBG Leistungskatalog | Gesunde Wege zur nachhaltigen Produktivität

Holen Sie sich den neuen IBG Leistungskatalog

IBG hat ihren neuen Leistungskatalog veröffentlicht. Kundinnen und Kunden erhalten damit Einblick in die breite Leistungspalette von Österreichs größtem Unternehmensberater im Gesundheitsbereich.

Als innovatives Dienstleistungsunternehmen mit mehr als 20 Jahren Erfahrung hat IBG die Angebote und Dienstleistungen ständig erweitert. Der neu aufgelegte IBG-Leistungskatalog gibt einen leicht verständlichen Überblick über die breite Servicepalette, die von den IBG Expertinnen und Experten österreichweit angeboten wird. Das Spektrum reicht von der Betreuung nach dem ASchG bis hin zu Befragungen und Beratung zu Themen wie Gesunde Führung, Arbeitszeiten, Generationenbalance, Burnout Prävention oder Reduzierung psychischer Belastungen.

Konkret stellt der Leistungskatalog folgende Themenbereiche vor

Steuerung. IBG bietet ihren Kunden ein Online-Gesundheitscockpit an, welches ArbeitgeberInnen ermöglicht, unterschiedliche Aktivitäten im Bereich Gesundheit und Sicherheit zu steuern und zu kontrollieren. Außerdem steht den MitarbeiterInnen unserer Kunden ein Online-Gesundheitsportal zur Verfügung, das weiterführende Informationen über die persönliche Betreuung hinaus bietet. Sehr komfortabel ist die Online-Terminreservierung.

Wiederherstellen. IBG betreibt eigene Betriebsambulanzen und Ordinationen an diversen Firmenstandorten in Österreich. Damit können sie nicht nur eine 24-Stunden-Notfallversorgung gewährleisten, sondern auch MitarbeiterInnen vor Ort untersuchen, diese medizinisch betreuen, und gegebenenfalls psychologische Notfälle auffangen.

Absichern. Die Aufgabe bzw. Ziel  der Präventivfachkräfte ist die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der MitarbeiterInnen nicht nur zu erhalten, sondern zu fördern. Für eine optimale Betreuung arbeiten ArbeitsmedizinerInnen,  ArbeitspsychologInnen, ErgonomInnen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit von IBG eng zusammen.

Fördern. Im Rahmen der Gesundheitsförderung wollen wir nicht nur das Verhalten Einzelner, sondern auch Verhältnisse, also Kultur, Prozesse und Strukturen einer Organisation positiv beeinflussen. Unser Angebot reicht daher von Einzelaktivitäten zu unterschiedlichsten Themen bis hin zu umfassenden BGF-Projekten, die sich sowohl der Verhaltens- als auch Verhältnis-Prävention widmen.

Analysieren. Ein erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement braucht Kontrolle. IBG arbeitet seit 20 Jahren an verlässlichen und prognosefähigen Befragungs-, Analyse- und Steuerungsinstrumenten für den HR- und Gesundheitsmanagementbereich zur Erfassung von Produktivität und Gesundheit. Unser Angebot reicht von Mitarbeiterbefragungen über  360° Feedback bis hin zu einem datenbasierten Führungskräftefeedback und -coaching.

Erhältlich unter office@ibg.co.at, Kennwort: Leistungskatalog

 

 

Kongress | IBG Polacsek-Ernst

Wie Unternehmen psychischen Belastungen ihrer MitarbeiterInnen entgegenwirken können

IBG-Gesundheitsökonom Roland Polacsek-Ernst wurde zum 20. Workshop des Fachverbands Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit PASiG nach Salzburg geladen. Er berichtete vor dem Expertenpublikum über die Erfahrungen bei der Reduktion der psychischen Belastungen, die er und seine IBG-Kollegen in 25 Unternehmen gesammelt haben.

In  der präsentierten Studie wurden Ergebnisse der Evaluierung psychischer Belastungen mit dem Psychosozialen Belastungs-Modul2 (PBM2) präsentiert. Das PBM2 ist ein Fragebogeninstrument, das Vorliegen und Ausmaß psychischer Belastungen erhebt. Es erfüllt die Anforderungen der ISO 10075-3 an Objektivität, Reliabilität, Validität und Gebrauchstauglichkeit. Darüber hinaus konnte die Bedeutung der Belastungsscores des PBM2 für Gesundheit, Arbeitsfähigkeit, Arbeitszufriedenheit und Lebensqualität der MitarbeiterInnen mehrfach nachgewiesen werden. So konnten Zusammenhänge der PBM2-Scores mit zahlreichen Faktoren subjektiver Gesundheit wie Krankenstände, diagnostizierte Krankheiten, Arbeitsfähigkeit -gemessen mit dem Work Ability Index (WAI) -, gesunder Verbleib und Aufhörwunsch aufgezeigt werden.

Psychische Belastungen steigern subjektives Krankheitsempfinden um 18 Prozent

Während die subjektive Gesundheit bei MitarbeiterInnen mit geringen psychischen Belastungen über das gesamte Arbeitsleben nahezu gleich bleibt, steigt der Anteil der MitarbeiterInnen mit schlechter subjektiver Gesundheit in der Gruppe mit hohen psychischen Belastungen mit zunehmender Betriebszugehörigkeit um 18 Prozent an.  Viele Betriebe nehmen heute die Evaluierung psychischer Belastungen zum Anlass, die Arbeitsplätze über die gesetzliche Pflicht hinaus „menschengerechter“ und gesünder zu gestalten.

Spürbare Verbesserungen

Bei strukturierter Bemessung durch die PBM2-Methode und darauf basierenden Prozessveränderungen im Betrieb konnten die psychischen Belastungen in den vier Dimensionen um sieben Prozent (Skala von 0-100 Prozent) reduziert werden. Die Verbesserungen betragen

  • im Organisationsklima sieben Prozent,
  • in den Arbeitsabläufen zwei Prozent,
  • in den Tätigkeiten sechs Prozent und
  • in der Arbeitsumgebung elf Prozent.

Besonders auffällig waren die Verbesserungen in den Subdimensionen Entwicklung, Partizipation, Umgebung und Ergonomie.

Zukunft gestalten

Die Organisatoren des 20. Workshops, der Fachverband Psychologie für Arbeitssicherheit und Gesundheit (FV PASiG), der Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie der Friedrich Schiller Universität Jena sowie die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt Österreichs (AUVA) stellten die zweitägige Veranstaltung (10. Bis 11. September 2018) unter das Leitbild  „Voneinander lernen und miteinander die Zukunft gestalten!“ Mit 35 Arbeits-Dialog-Kreisen und mehr als 160 Beiträgen und integrierten Gesundheitspausen war das Programm breit gestreut.

Neue Formen der Unternehmensbetreuung

Ein Schwerpunkt liegt auf der Neugestaltung des Betreuungsansatzes. Die Betriebe sollen zum Schutz der Gesundheit und zur Förderung die Betreuung von den Professionen erhalten, die dafür die beste Erfahrung und das höchste Know-how haben. Beispielhaft seien hier die psychischen Gefährdungen genannt, die gegenwärtig für einen hohen Anteil an Fehlzeiten verantwortlich sind.  In Österreich ist es bei diesem Thema deutlich besser gelungen den Unternehmen Ihre Verantwortung bewusst zu machen. Die deutschen Kollegen zeigten sich daher beeindruckt, wie ernst das Thema psychische Belastungen von den Unternehmen in Österreich genommen wird.

7 Tage Ö1

Rudi Karazman in der Diskussionsrunde beim Ö1 Gesundheitsdoktor

Alternsgerechte Arbeitswelt

Medizin und Gesundheit

Gesund arbeiten – Von 15 bis 65

Den Arbeitsmedizinern und den Firmen wird wohl nicht so schnell langweilig. Eine der großen Herausforderungen für die Wirtschaft besteht darin, die Arbeitswelt gesund zu gestalten. Dies gilt natürlich für alle Altersgruppen. Besonders sensibel ist jedoch die Gruppe der älteren Mitarbeiter – altersgerechtes Arbeiten lautet hier das Schlagwort.

Steigender Druck auf Arbeitnehmer

Die Arbeitswelt war in den letzten Jahrzehnten gravierenden Änderungen unterworfen. Zu den bedeutendsten gehörten fortschreitende Technisierung und Digitalisierung. Diese hatten zur Folge, dass viele körperlich extrem anstrengende Arbeiten nun von Maschinen erledigt werden können, und viele weitere von Computern.
Die Arbeit ist zwar insgesamt körperlich einfacher geworden, aber der Ablauf der Arbeitsprozesse wurde über die Jahre komprimiert und beschleunigt, um die Produktivität zu steigern. Damit erhöht sich der Druck auf die Arbeitnehmer gewaltig.

Immer mehr psychische Erkrankungen

Burnout und Mobbing am Arbeitsplatz sind seit Jahren Dauerbrenner. Dementsprechend führen die (immer häufiger werdenden) psychischen Erkrankungen zusammen mit Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems die Liste der Ursachen für krankheitsbedingte Frühpensionierungen an. Die positive Nachricht: Seit dem 1. Juli 2017 können länger erkrankte Menschen mit dem Arbeitgeber eine Wiedereingliederungsteilzeit vereinbaren.
War es noch von etwa 30 Jahren Usus, ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in großem Stil in Frühpension zu schicken, ist das heute schon aufgrund der demografischen Entwicklung nicht mehr möglich. So sind derzeit in Österreich über eine Million unselbstständige Erwerbstätige älter als 50 Jahre.

„Innere Pensionierung“

Doch viele Unternehmen haben diese Entwicklung regelrecht verschlafen. Noch immer sind vielerorts Betriebe auf junge Menschen zugeschnitten. So werden oftmals Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 50 Jahre nicht mehr zu Fortbildungen zugelassen, oder sie sind in ihren Aufgaben schlicht unterfordert. Sinnentleerung, „innere Pensionierung“ und letztendlich Krankheiten sind die Folge.

Im Alter mehr Kompetenz, Empathie und Loyalität

Dabei steckt in älteren Menschen viel Potenzial. Natürlich erfolgt ein körperlicher Abbau – der übrigens schon mit 25 beginnt. Kognitiv-psychisch bleibt der ältere Mensch gleich. Aber Fähigkeiten wie Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Empathiefähigkeit, Loyalität und Durchhaltewillen steigen mit zunehmendem Alter an. Hier sind die Unternehmen gefordert, die Arbeitswelt den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Menschen anzupassen.

Flexiblere Arbeitszeiten und anspruchsvolle Aufgaben

Hauptansatzpunkte dafür seien eine Verkürzung der Arbeitszeit, sowohl der täglichen als auch der wöchentlichen, wie der Arbeitsmediziner Rudolf Karazman meint. Arbeitszeiten müssen flexibler gestaltet werden, insbesondere die Schichtarbeit. Die Altersteilzeit sollte ausgebaut werden. Und vor allem brauchen ältere Menschen anspruchsvolle Aufgaben, dafür weniger Druck, und keine betrieblichen Barrieren.

Betriebe mit Gütesiegel

Zahlreiche Projekte, wie beispielsweise „fit2work“ oder „Demografieberatung“, aber auch spezialisierte Unternehmen unterstützen Betriebe in ihren Bestrebungen, altersgerechtes Arbeiten für alle Altersgruppen zu ermöglichen. Viele Firmen haben dieses Ziel bereits erreicht und dafür das Gütesiegel „Nestor“ des BM für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz erhalten.
Altersgerechte Arbeit erhält Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund. Die erhöhte Wertschätzung kommt letztendlich allen zugute.

Reden auch Sie mit! Wir sind gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen. Unsere Nummer: 0800/22 69 79, kostenlos aus ganz Österreich.

Arbeiten Sie in einem alternsgerechten Umfeld?

Sind Sie mit Ihrem Arbeitsumfeld zufrieden?

Wurden Sie an Ihrem Arbeitsplatz jemals aufgrund Ihres höheren Alters benachteiligt?

Welche Veränderungen würden Sie sich von der Unternehmensseite her wünschen?

Unter welchen Umständen würden Sie über das Regelpensionsalter hinaus arbeiten wollen?

 

Text: Michaela Steiner

Gestaltung: Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger

Prof. Dr. Rudolf Karazman
FA für Psychiatrie und Neurologie, Arzt für Arbeitsmedizin, Psychotherapeut,
Gründer des Beratungsunternehmens „Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement GmbH“

Mag.a Maria Kaun
Referentin für Arbeitsmarkt
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Wirtschaftskammer Österreich

 

Dr.in Irene Kloimüller, MBA
Psychotherapeutin, Unternehmens- und Organisationsberaterin
Wert:Arbeit

 

arbeit&alter
Demografieberatung für Beschäftigte und Betriebe
Arbeiterkammer
AMS – Impulsberatung für Betriebe
fit2work für Personen und Betriebe
Wiedereingliederungsteilzeit
Berufliche Rehabilitation (inklusive Antrag)
gesunde arbeit (Bundesarbeitskammer, ÖGB)
netdoktor.at: Alternsgerechtes Arbeiten
derstandard.at: Arbeitsmarkt: Was für Ältere getan wird
w24: Arbeitszeit: Mediziner warnen vor Folgen der Ausweitung

Cornelia Schneider, „Reife Leistung – Erfolgreich älter werden im Beruf“, Verlag Herder 2014

Hans-Georg Wilmann, „Durchstarten mit 50 plus: Wie Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nutzen“, Campus Verlag 2018

Claudia Andersch, „Gesund im Job – Krankheitseinflüsse in einer sich wandelnden Berufswelt“, Bachelor & Master Publishing 2018

 

Ö1 Online Arbeitswelt

Ö1 Radiodoktor

»Alternsgerechte Arbeitswelt. Gesund arbeiten von 15 bis 65.«

AutorIn/ExpertIn: Rudolf Karazman

Den Arbeitsmedizinern und den Firmen wird wohl nicht so schnell langweilig. Eine der großen Herausforderungen für die Wirtschaft besteht darin, die Arbeitswelt gesund zu gestalten. Dies gilt natürlich für alle Altersgruppen. Besonders sensibel ist jedoch die Gruppe der älteren Mitarbeiter – altersgerechtes Arbeiten lautet hier das Schlagwort.

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Admiral | Human Works

Akutbetreuung bei Überfällen

Krisenintervention bei ADMIRAL. Kompetente und professionelle Betreuung von MitarbeiterInnen in Belastungssituationen, wie beispielsweise bei Überfällen, steht bei ADMIRAL Casinos & Entertainment AG im Fokus. Ziel der Offensive ist, die Belegschaft bestmöglich vorzubereiten und im Anlassfall rasch und professionell zu betreuen.

Interview mit Romana Pacher, Leiterin Personalorganisation und Recruiting bei ADMIRAL Casinos & Entertainment AG

Romana Pacher, Leiterin Personal- organisation und Recruiting bei ADMIRAL


IBG: Was waren Ihre Beweggründe für die Implementierung des Projektes »Krisenintervention«?

Das Wohlergehen der Belegschaft ist uns ein großes Anliegen. Wir sehen es als unsere Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass unsere MitarbeiterInnen sowohl physisch als auch psychisch gesund bleiben. Daher ist uns die Auseinandersetzung mit diesem Thema wichtig, denn wie reagiert man professionell, wenn sich MitarbeiterInnen in Krisensituationen befinden oder sich bei ihnen psychische Überlastungserscheinungen bemerkbar machen?

Welche Reaktionen sind angemessen und wie können Führungskräfte oder KollegInnen das Thema richtig ansprechen? Vor allem müssen die Rollen geklärt und die korrekten Verhaltensweisen der Führungskräfte und ersten Ansprechpersonen aufgezeigt und vermittelt werden, damit sie in Krisensituationen (z.B. nach einem Überfall) die richtigen Handlungen setzen können. Hier hilft die Notfallpsychologie beim Verstehen und Bewältigen. Mit Hilfe dieser Führungskräfte-Workshops und der Installation eines betrieblichen Nachsorgeteams haben wir eine gute Basis geschaffen. So bieten wir allen MitarbeiterInnen innerhalb von 48 Stunden notfallpsychologische Betreuung durch IBG an, um Folgebelastungen möglichst zu minimieren und Traumata vorzubeugen. Natürlich ist die Notwendigkeit immer von der individuellen Persönlichkeit abhängig.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass allein die Tatsache, dass wir diese Unterstützung anbieten, den MitarbeiterInnen ein Gefühl von »Sicherheit« bzw. Unterstützung gibt. Dieser Effekt beschränkt sich nicht alleine auf die Betroffenen selbst, denn auch deren KollegInnen erfahren dadurch, wie sehr sie in Belastungssituationen unterstützt werden. Die durchwegs positive Resonanz auf das Projekt bekräftigt unsere bisher gesetzten Schritte und bestärkt uns auf unserem weiteren Weg.

IBG: Was ist rückblickend wichtig im Vorfeld zu bedenken?

Wichtig ist es, einen genauen Plan zu erstellen, welche Fachabteilungen bei diesem Projekt eingebunden werden sollen, damit wirklich alle Aspekte einer auftretenden Krise und die dazugehörigen Kommunikatoren eingebunden werden können. Idealerweise erfolgt eine ganz genaue Krisendefinition explizit für das Unternehmen. Unser erster Gedanke ging in Richtung »Überfall«, doch schnell wurden uns noch weitere psychische Belastungen bewusst, die auf den ersten Blick oft nicht wahrgenommen werden, im Einzelfall jedoch problematisch werden können. Damit eine Krisenintervention überhaupt über alle Hierarchieebenen gelebt werden kann, ist es aber jedenfalls wichtig, Geschäftsführung und Führungskräfte ins Boot zu holen.

IBG: Inwieweit haben Sie die Zusammenarbeit mit IBG als hilfreich erlebt?

Für uns ist es wichtig, unserer Belegschaft eine professionelle und unabhängige Unterstützung zu bieten. Daher bietet sich IBG als Partnerin sehr gut an. Die Verfügbarkeit der PsychologInnen in ganz Österreich unter der Bereichsleitung von Regina Nicham ist auf Grund unseres österreichweiten Filialnetzes eine wichtige Voraussetzung. Und es ist gut zu wissen, dass alle MitarbeiterInnen die gleiche Beratungsqualität erhalten.

IBG Roland Polacsek-Ernst bei ICOPH

IBG-Vortrag in Bangkok: Wie psychosoziale Risiken die Arbeitswelt belasten

Die ICOPH gilt als einer der bedeutungsvollsten Kongresse für Gesundheitspolitik und –management in Asien: Bei der diesjährigen 4. Internationalen Konferenz für Public Health (ICOPH) trafen sich mehr als 200 TeilnehmerInnen aus 35 Ländern, in Bangkok um drei Tage lang, die aktuellsten und bedeutendsten Forschungsergebnisse im Bereich Public Health auszutauschen.

Die #ICOPH  ist die führende interdisziplinäre Plattform auf diesem Gebiet. Die Veranstaltung fand 2018 unter dem Motto „Förderung von Qualität und Sicherheit im Gesundheitswesen für eine gesunde Gesellschaft“ statt. Von Seiten der IBG präsentierte IBG Gesundheitsökonomen Roland Polacsek-Ernst seine Erkenntnisse über die Reduktion psychosozialer Risiken in 31 österreichischen Unternehmen.

Ziele: Im Rahmen der Kampagne des Europäischen Komitees der Senior Labor Inspectors  2010-2012 (SLIC) zu psychosozialen Risiken hat Österreich im Jahr 2013 das ASchG geändert. Es beinhaltet nun auch psychosoziale Risiken und zwingt Unternehmen, die Stressoren systematisch und objektiv zu evaluieren. Um diesem Gesetz zu entsprechen, wurde in über 270 Unternehmen das Psychosoziale Belastungs-Modul2 (PBM2) zur Analyse und zum Benchmarking der Stressoren eingesetzt. Maßnahmen und Anpassungen der Arbeitssituation wurden unternommen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Die Methode: Das PBM2 ist ein diagnostisches Befragungsinstrument mit 30 Fragen, das die Qualitätsanforderungen der EN ISO 10075 erfüllt. 31 Unternehmen mit 14.699 MitarbeiterInnen haben bereits die psychosozialen Stressoren mit dem PBM2 reevaluiert, um den Erfolg ihrer Interventionen und Verbesserungen der Arbeitssituation zu messen.

Ergebnisse: Alle Unternehmen konnten ihre Arbeitsbedingungen verbessern und arbeitsbedingten Stress reduzieren. Die durchschnittliche Verbesserung beträgt sieben Prozent (auf einer 100 Prozent -Skala). Die beste Gesamtentwicklung wurde mit elf Prozent in der Arbeitsumgebung erzielt, gefolgt vom Organisationsklima mit acht Prozent, den Tätigkeiten mit sechs Prozent und schließlich den Arbeitsabläufen mit drei Prozent. Die Auswirkungen verschiedener Interventionen wurden präsentiert.

Schlussfolgerung: Das PBM2 ist ein nützliches Instrument, um psychologische Interventionen zu planen und zu evaluieren. Die ersten 31 Wirkungskontrollen bestätigen die Effektivität der Maßnahmen und Schwerpunkte zur Verringerung von psychosozialen Arbeitsbelastungen. Die Änderungen des österreichischen Gesetzes und die konsequente Umsetzung durch das Arbeitsinspektorat haben die Arbeitsbedingungen bereits messbar verbessert. Außerdem beschleunigen Best-Practice-Modelle die weitere Entwicklung.

Abschließend stellte Roland Polacsek-Ernst auch noch Fallbeispiele (siehe Salzer, Brigl & Bergmeister) vor.

besprechung

Herausforderungen für Jung & Alt

Generationenkonflikte, lebensphasenspezifisches Führen, alter(n)sgerechte Arbeit und Arbeitswelt 4.0: Bis zu vier Generationen treffen heute in der Arbeitswelt aufeinander. Dabei kann es zu Missverständnissen kommen.

Was sind die besonderen Herausforderungen und wie kann ihnen begegnet werden?

Was verbindet und was trennt uns wirklich? Was hilft uns und was hindert uns daran, die Vielfalt in unserer Arbeitswelt besser ein und damit auch wertschätzen zu können? Generationen, so heißt es, sind Geburtsjahrgänge, die einschneidende gesellschaftliche Ereignisse in annähernd gleichem Alter erlebt haben und daher ähnlich geprägt sind. Selbstverständlich unterscheiden sich Menschen aber im Umgang mit bedeutsamen Situationen und in der Verwirklichung ihrer Werte. So steht »Familie« in allen Generationen ganz oben auf der Werteliste, dennoch gibt es innerhalb und zwischen den Generationen erhebliche Unterschiede, wie »Familie« gelebt wird. Unterschiedliche Verhaltensweisen bedeuten also nicht unbedingt andere Werte, ebenso wie ähnliche Verhaltensweisen nicht automatisch auf gleiche Wertvorstellungen schließen lassen.

Wenn eine junge Führungskraft auf ältere MitarbeiterInnen trifft.

Entgegen dem derzeitigen Aufbrechen klassisch-hierarchischer Strukturen wird es durch die familiäre Prägung als »natürliche« Ordnung empfunden, dass Ältere Jüngere führen, begleiten und beschützen. Trifft eine junge Führungskraft auf ältere MitarbeiterInnen, kann das also eine besondere Herausforderung
darstellen. Alle Beteiligten tun gut daran, über typische Generationenzuschreibungen hinaus das jeweils situationsspezifische individuelle Verhalten sowie
die dahinter stehenden Einstellungen und Annahmen zu hinterfragen. Geht es vielleicht um implizite Regeln, wer mehr Macht, Autorität oder Ressourcen haben sollte? Wie könnte das Verhalten des Gegenübers noch interpretiert werden?

Ähnliche Lebensumstände zählen mehr als das Alter.

Auch die aktuelle Lebensphase hat bedeutsamen Einfluss auf die Einstellung und das Verhalten der Menschen am Arbeitsplatz. Ähnliche Lebensumstände haben
dabei einen markant höheren Stellenwert als das Alter oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Generation. Lebensphasenspezifisch Führen bedeutet daher, die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen zu kennen, zu beachten und gemeinsam nach Lösungen für Herausforderungen zu suchen sowie Eigeninitiative im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zu fördern.

Der Alterungsprozess versteht sich als Wandlungsprozess.

Einen weiteren wesentlichen Faktor für gesunde Produktivität stellt die Berücksichtigung der Veränderungen beruflicher Leistungsfähigkeit dar. Der Alterungsprozess wird dabei als Wandlungsprozess verstanden: Die geistige Leistungsfähigkeit bleibt weitaus länger erhalten als die körperliche,
beide Prozesse werden insgesamt etwas langsamer und damit einhergehend, längere Erholungsphasen erforderlich. Bei geringer Qualifikation und einseitiger, vor allem physischer Beanspruchung kann das Alter(n) im Beruf zu einem Risikofaktor werden. Ein »mitwachsendes Arbeitsleben «bedeutet dem gegenüber, dass körperliche Anforderungen, Nachtarbeit, Temperaturwechsel sowie hoher Zeit- und Termindruck möglichst reduziert werden. Komplexe und autonom zu bearbeitende Aufgaben, langfristige Projekte und Beziehungsarbeit fördern hingegen die Entfaltung des Potenzials erfahrenerer MitarbeiterInnen.

Nicht besser, nicht schlechter, sondern unterschiedlich.

Aktives Generationenmanagement orientiert sich an der Potenzialperspektive: MitarbeiterInnen unterschiedlichen Alters werden als Träger unterschiedlicher Leistungspotenziale wahrgenommen. D.h. keiner leistet besser oder schlechter, sondern die Art des Beitrags ist unterschiedlich. Altersgemischte Teams schaffen dabei eine Ausgewogenheit in Kompetenzen und Leistungsfähigkeiten. Aktive Integration steigert die Arbeitszufriedenheit und Bindung an das Unternehmen, erhöht die Lernmotivation und Bereitschaft zum Wissensaustausch sowie das Engagement und die Effektivität aller mitarbeitenden Altersgruppen.